Stil(l) leben.

Die Fastenzeit hat mich dazu animiert, mich mit dem Thema Stille zu beschäftigen. Haben Sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, wieviel Zeit Sie pro Tag still verbringen?

Gibt es überhaupt Momente, die gänzlich lärmarm sind? Oder läuft der Fernseher, das Radio, der PC, das Handy fast 24 Stunden täglich? Zumindest in der Arbeitszeit wird es kaum möglich sein, kein einziges dieser Geräuschquellen zu aktivieren. Und wenn es kein Gerät ist, das Lärm macht, dann sind es vielleicht andere Menschen, die Geräusche von sich geben. Das was uns umgibt, ist akustische Penetranz!
Gibt es sie dann überhaupt, die komplette Stille? Vermutlich nicht, denn nicht mal im Mutterleib ist es wirklich still. Bereits drei Monate vor der Geburt ist das Innenohr des Kindes fertig entwickelt und es nimmt die ständigen Geräusche rundum wahr. Blutzirkulation, Herzschlag, Verdauungsgeräusche, Gespräche der Mutter sind permanente akustische Begleiter. Selbst nach dem Tod eines Menschen, wenn das Bewusstsein schon erloschen ist, werden Schallwellen vom Ohr noch aufgenommen.
Das würde also bedeuten, dass Stille eine individelle Wahrnehmung ist. Der eine empfindet sie im Kloster, der andere auf einem Berggipfel und wieder ein anderer im Haus, wenn alle schlafen.
Warum wird das WC als „stilles Örtchen“ bezeichnet? Weil man still, und für sich allein „Druck ablassen“ kann. Nicht selten entstanden dort die bedeutendsten Ideen und Errungenschaften.
Heute ist es hier leider auch nicht mehr so still wie früher. Hand aufs Herz: nehmen Sie manchmal Tablet oder Handy mit dorthin, um sich von ihrem Tun abzulenken? Ich gebe es zu, ich ertappe mich dabei, dass mir mein Handy sehr häufig überall hin folgt. Immerhin könnte man ja etwas verpassen! Einen Anruf oder eine Nachricht, was ja bedeutet, dass jemand gerade an mich denkt, und denjenigen lässt man doch nicht warten. In unserer Gesellschaft gehört es nicht unbedingt zum guten Ton, NICHT erreichbar oder auf Standby zu sein. Manchmal meint man, einen vorwurfsvollen Unterton mitschwingen zu hören in der Frage, warum man erst so spät geschrieben hat. Aber vielleicht bildet man sich das auch nur ein, weil man selbst nicht gerne wartet 😉.


Ich glaube ja, dass es nur im Weltraum wirklich still ist. Auf der anderen Seite ist Stille manchmal auch eine Foltermethode. Einzelhaft mit absoluter Stille trieb so manchen schon in den Selbstmord oder noch schlimmer: in das Verrückwerden! Paradox, oder? Auf der einen Seite sehnen wir uns nach Stille, auf der anderen Seite fürchten wir sie auch.
Die Kloster-, Schweige- und Fastenurlaube boomen, immer mehr Menschen fliehen vor dem Alltagslärm und zahlen gutes Geld dafür. Dabei wäre es im Grunde gar nicht so schwierig für ein ruhigeres Leben zu sorgen. TV, PC, Tablet aus, Handy in Flugmodus. Was so simpel klingt, kann ein tonnenschweres Unterfangen sein. Doch wovor fürchten wir uns, wenn es still werden würde? Ist es Angst vor dem Alleinsein? Das Gefühl des Nicht-dazu-gehören, von Isoliertheit? Langeweile?
Was ist denn schlecht an einer „langen Weile“?
Mein Lieblingspädagoge und Tiefenpsychologe Andreas Winter schreibt, dass uns unsere „inneren Kritiker“(Eltern) schlechtes Gewissen machen, wenn wir nicht ständig etwas tun. Denken Sie mal darüber nach, es könnte sogar stimmen, dass wir uns häufig innerlich getrieben fühlen und uns unser inneres Kind durch permanente Geräuschkulissen mit seinen tiefen Bedürfnissen vom Leibe halten. Denn dann hören wir es ja nicht. Vielleicht entsteht Stille ja im Kopf und gar nicht im Außen. Ist Stille gleichzusetzen mit Ruhe?

Wenn man ein wenig still wird und bei sich Einkehr hält kann man sein Innerstes hören und ruhig werden. Mag sein, dass einem nicht immer gefällt was man da hört, doch es führt kein Weg an sich selbst vorbei und die ständige Ablenkung vor seinem Ich bringt im schlimmsten Fall unangenehme körperliche Symptome mit sich. Der Körper lügt uns niemals etwas vor.
Haben wir also keine Furcht vor der Stille, sie bringt Antworten auf alle Fragen.

Notiz an mich selber: „Stille lässt sich nicht an äußeren Orten finden. Der wichtigste Ort, an dem wir Stille erfahren können, ist unser Herz.“

Anselm Grün

Fastenmodus an

Ich weiß, es gibt in der Schreibstube bereits einen Artikel über das Fasten(www.isis-schreibstube/der-etwas-andere-Urlaub.at), doch zwei Jahre und einige Darmreinigungen später ergibt sich wieder die Möglichkeit, darüber zu sinnieren.

Wer sich entscheidet, in den Fastenmodus zu gehen und das ewige „Sich-etwas-gönnen“ mal für eine Weile hinter sich zu lassen, kann dies in einer etwas schonenderen Art und Weise tun, als sofort auf feste Nahrung zu verzichten. Nämlich mit Basenfasten.
Statt Suppen und Säfte gibt`s dabei basische Lebensmittel. Ohne Salz. Was gewöhnungsbedürftig klingt, ist es auch. Ich gebe zu, so manch frisch gepresster Obstsaft schmeckte besser als die gemüseverarbeitete, salzlose, feste Mahlzeit. Doch die gesundheitsfördernde Wirkung der basischen Ernährung ist unumstritten bewiesen, und was tut man nicht alles, um lange gesund zu reifen, anstatt kränklich zu altern?
Wer sich also dafür entscheidet, könnte einen Ort aufsuchen, an dem dieses Programm angeboten wird, was, meiner Meinung nach, leichter durchzuhalten ist, als es alleine zuhause zu praktizieren.
Aber ganz ehrlich, egal wo man basisch fastet, es ist nicht immer lustig, basisch zu sein. Die „Spaßmacher“ unter den Nahrungsmittel finden sich eher unter den „Säurebildnern“, wie Kaffee, Alkohol, Zucker, Fleisch, Fett und Salz. Doch auf die will man ja einmal eine Weile bewusst verzichten. Heißt das also zwangsläufig, dass man auch auf den Spaß verzichtet? Nun, wer ehrlich zu sich selber ist, findet durchaus ein kleineres oder größeres JA in seinem Bewusstsein. Doch zum Glück hat der Mensch zwei gute Freunde zur Verfügung , den Willen und den Vorsatz, die uns beim Fastenbeginn- und durchhalten helfen können und die Fähigkeit, sich auf Situationen einzustellen, was wiederum seinen möglichen Stress damit verhindern kann.
Es ist auch nicht immer lustig, die beim Fasten täglich empfohlene Darmreinigung zu praktizieren. Wer darin geübt ist, dem „geht das förmlich von der Hand“, und das Procedere ist in ca. 30 Minuten abgehandelt. Klingt ziemlich aufwandslos, doch es gibt viele Menschen, die mit diesem Vorgang große Probleme haben und sich dazu niemals überwinden können. Einerseits aus schlechten Erfahrungen heraus oder einfach durch das Kopfkino, das verständlicherweise beim Gedanken daran entstehen kann. Doch beim Fasten ist die Darmreinigung, auch Einlauf genannt, eine fast unumgängliche Anwendung. Denn ein leerer Darm hat keinen Hunger, was natürlich das Durchhalten sehr erleichtert. Bereits nach ein-, zwei Tagen verspürt man kaum noch Appetit, bzw. Hunger und das gibt einem ein gutes Gefühl!
Ein weiteres Phänomen während einer Basenfastenwoche ist das der täglichen Bewegung. Während man sich zu Hause schon nach einem Dogwalk als Sportskanone fühlt, hat man, trotz leerem Magen, Kraft, Ausdauer und sogar Spaß an jeglichen Bewegungseinheiten. Egal ob im Geräteraum, im Cardiobereich, beim Schwimmen oder Walken, beinah jeder ist ständig on move. Liegt es an der vorhandenen Zeit? Ist es Ablenkung vom Essensgedanken? Was es auch sei, es hilft.
Wie beim Kuraufenthalt(www.isis-schreibstube.at/Auszug-aus-dem-Kurtagebuch) sind auch beim Basenfasten deine Tischnachbarn deine lang gesuchten Freunde, denn Interesse verbindet. Und mit wem könnte man sich besser über Einläufe unterhalten als mit Wissenden?
Nach ungefähr vier Tagen hast du dich an den Frühstücksbrei gewöhnt, obwohl die Erinnerung an das „tägliche Brot“ sich fest im Hinterkopf eingebrannt hat und immer mal wieder ein Lebenszeichen von sich gibt und
nachdem du ja pflichtbewusst deinen Kaffeekonsum schon eine Woche vorher auf Null gesetzt hast, fällt dir der Verzicht darauf nun auch nicht mehr schwer.
Anders sieht es allerdings mit Getreide und Zucker aus. Man glaubt ja nicht, wie diese Stoffe süchtig machen können, nach den ersten Fastentagen hast du allerdings eine erschreckende Ahnung davon! Doch der Mensch ist ein Gewohnheitstier oder eben ein Meister des-sich-einstellen-können und er entwickelt auch hier einen gewissen Gewöhnungseffekt.

Die im Kaffeehaus angepriesenen Zuckerwaren interessieren dich nun nur mehr peripher, doch wenn sich dein Lieblingsbesucher den Zuckerschock in Form der Sachertorte verpasst, denkst du kurz darüber nach, ob das Leben ohne Zucker überhaupt lebenswert ist.
Nichts desto trotz vergeht auch die vorgenommene basische Woche und am Ende dieser bist du eines ganz sicher: stolz!
Was einfach klingt, ist es nicht immer und es bedarf auch an Durchsetzungskraft-, vermögen und Motivation.
Das bedeutet, machen Sie eine Fastenkur nur, wenn Sie das wirklich wollen, denn Müssen macht Müde und Wollen macht Wach!
(Andreas Winter)

Und unterstützend zum Essenfasten gibt es auch die Möglichkeit des Jammerfasten. Noch nie gehört? Für mich war das auch neu. Diese Art des Fastens kommt aus Belgien. 30 Tage ohne Jammern. Statt Mieselsucht und Meckerei, Lachen und gute Laune. Wer ständig jammert, steigert seine eigene Unzufriedenheit und das kann sogar die Gehirntätigkeit verändern, zudem sorgt es für eine latent gereizte Stimmung in der Umgebung. Warum also nicht Jammerfasten? Einen Versuch ist es allemal wert.

Notiz an mich selber: wer ein Sofa zu Hause hat eine(n) „personal Couch“😂!

Die Ewige Wunde

Schmerzt  Sie Ihre Wunde?
Wussten Sie überhaupt, dass Sie eine haben?
Ich kann Sie beruhigen, jeder hat eine. Doch nur die wenigsten wissen das.

Nun dürfen Sie sich, wenn Sie meinen Artikel lesen, zu den „Besserwissern“ zählen. Das ist keine Beleidigung, aber wenn wir etwas wissen, was andere (noch) nicht wissen, dann sind wir das.
Leider ist das wieder eines der Worte, die eine völlig falsche Bedeutung bekommen haben und von einem ursprünglich guten, zu einem bösen Wort oder gar einer Beleidigung wurden. Nur zum Nachdenken!

Ich habe also vor kurzem die „Ewige Wunde“ kennen gelernt. Und dieses Wissen hilft mir, mich und die anderen besser verstehen zu können.
Was ist die Ewige Wunde überhaupt?
Die Geschichte von der Ewigen Wunde geht aus der griechischen Mythologie hervor. Der Zentaurus Cheiron, halb Tier, halb Mensch, galt als unverwundbar. Doch eines Tages zog er sich eine Wunde zu, die nicht und nicht heilen wollte. Er sammelte so viel Wissen, Salben und Kräuter für die Wunde, doch nichts brachte sie zum heilen.
Sein Apothekerschränkchen konnte Cheiron zwar damit füllen, doch seine Wunde blieb geöffnet. Er verband sie schließlich und gab das gesammelte Wissen darüber an jene weiter, die bei ihm für ihre eigenen Wunden Heilung suchten.
Was bedeutet das für uns?
Es gibt also Verletzungen, die wir uns zugezogen haben, die einfach nicht heilen wollen, doch auf der Suche nach Heilung sammeln wir so viel Wissen darüber, dass wir anderen, mit ähnlicher Wunde damit helfen können.
In der Praxis könnte das bedeuten: auch eine übergewichtige Ernährungsberaterin kann anderen beim abnehmen helfen, obwohl sie selbst nicht schlank werden wird.
Oder der Therapeut, der selbst mit Bevormundung kämpft, kann seinen Klienten Wege aus dieser zeigen.
Ich hab mal gelesen, dass das Opfer der beste Therapeut sei.  Mit dem neu gewonnenen Wissen über die Ewige Wunde zeigt sich dieser Satz als bestätigt. Für mich.

Ich denke, es wird Menschen geben, die sich nicht eingestehen werden, dass auch sie eine ewige Wunde haben. Auch ok, wenngleich Heilung dann wohl schwieriger sein wird.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihre Ewige Wunde bereits kennen oder zumindest finden. Es erleichtert den Umgang mit sich selbst ungemein und lässt einen milde sein mit seinen eigenen Unzulänglichkeiten. Und mit denen der anderen.

Notiz an mich selber: nicht die Zeit heilt Wunden, die richtigen Menschen tun es.

EingestEHEn

Welche Gedanken gehen Ihnen beim Wort EHE durch den Kopf?
Sind Sie selbst verheiratet oder in einer eheähnlichen Verbindung?

Angeblich wird jetzt wieder mehr geheiratet und die Ehen halten wieder länger.

Wirklich weg war die Ehe ja eh nie – grundsätzlich gute Ideen sterben eben nicht aus. Und wer will sich dem romantischen Gedanke  schon ganz verwehren?
Ganz sachlich betrachtet ist Heirat, Ehe eine anerkannte, zumeist gesetzlich oder rituell geregelte, gefestigte Form einer Verbindung zweier Menschen.
Die Partner werden als Eheleute, Ehepaar oder Ehegatten (von Begattung) bezeichnet. In einer Ehe übernehmen die Partner Verantwortung füreinander. Dieser Vorgang soll die Eheleute sowohl finanziell als auch rechtlich absichern. Man hat allerdings nicht nur Rechte sondern auch Pflichten in einer solchen „ordentlichen“ Verbindung. Wie jedoch mit diesen bei diversen Rosenkriegen umgegangen wird, ist beinah täglich traurige Realität.

Wenn man seinen (Traum)partner trifft, sich in ihn/sie verliebt, verdrängt man grundsätzlich, dass diese Phase jemals enden könnte. Doch nach ca. drei- bis 18 Monaten verändert sich diese verliebte Haltung.
Es stellt sich heraus ob daraus Liebe wird oder eben nicht. Die Schmetterlinge im Bauch sind großteils ausgeflogen und man stellt fest, dass man davon auch nicht satt geworden ist oder man künftig etwas wählerischer bei der Auswahl seiner Verdauungsorganmitbewohner sein könnte.
Auch wenn man zunächst nicht genug vom Partner bekommen kann, werden jetzt die selbstbestimmten Wege wieder interessanter. Die anfängliche Anpassung an die Gegenstückinteressen hält dem Druck nicht Stand was sie ja auch nicht muss , denn Gegensätze ziehen sich an und das Innerste drängt nach Außen. Der eine fastet gern, der andere ist glücklich mit lukullischen Verlockungen. Man trifft sich in der Mitte und sucht sich statt des Klosterurlaubs einfach ein nettes Hotel in dem man auch gesunde Kost wählen kann und beide sind glücklich! Zumindest eine Weile! Denn es geht immer darum, Kompromisse zu finden, Rücksicht zu nehmen und seine eigenen Bedürfnisse zumindest ein wenig zu verändern und anzupassen, wenn man nicht als Solist in einem Duett spielen will! Wo Menschen zusammen kommen, menschelt es nun mal. Dass es einfach wird hat niemand behauptet.
Erst kürzlich habe ich darüber gelesen, dass man im Alter immer weniger andere Menschen mag und schon gern alleine ist. Und: dass das sogar OKAY ist.
Das könnte die vielen glücklichen Singles erklären 😁!
Was jedoch das Traurige an vielen (ehemaligen) Liebesverbindungen ist, sind die Verletzungen, die man sich irgendwann gegenseitig zufügt. Sei es unbewusst, unbeabsichtigt oder gar mit vollem Bewusstsein und purer Absicht. Ich denke mir oft, warum ist der Mensch so? Wir sprechen von Liebe und wissen gar nicht was das WIRKLICH ist und wie DAS geht.
Linguistische Messerstiche, verräterische und zerstörerische Handlungen. Geboren aus Verletzungen, umgesetzt in kindlichen Verhaltensweisen. Viele wissen es, doch können nichts dagegen tun, sie wollen den eigenen Schmerz von sich abwenden und dem anderen umhängen, nur um ihn nicht selbst spüren zu müssen.
Den verkümmerten Selbstwert durch sukzessiven Raubbau am Ego des „Geliebten“ stärken wollen, das sind unsere tollen Motive, die wir LIEBE nennen.
Ich weiß es klingt abgedroschen oder naiv oder einfach dumm, aber warten wir nicht darauf, dass der andere es richtig macht, zeigen wir es ihm einfach!

Und eines müssen wir uns alle eingestEHEn:
Die Ehe ist wie ein Telefon-
wenn wir nicht richtig gewählt haben, sind wir falsch verbunden!

Auszug aus dem Ferientagebuch

Darf man kinderfreie Lebensbereiche für gut befinden?

Kinder, Kinder!
Sie können süß, putzig, brav, lieb und verschmust sein.
Sie sind für viele das Lebensziel, der Lebensauftrag und der Lebensmittelpunkt.
Doch, gibt es auch Zeiten, in denen man Orte und Bereiche ohne Kinderlachen schätzen darf? Sind kinderfreie Zonen erlaubt?
Im Urlaub zum Beispiel?
Wenn ich mir eine arbeitsfreie Zeit gönne, dann halte ich immer Ausschau nach dem verführerischen Schild: Adults only. Zu deutsch: nur Erwachsene!

Waren Sie jemals in so einem Bereich?
Wenn nicht und Sie haben die Möglichkeit, weil ihre Kinder gut fremdbetreut oder bereits „aus dem Gröbsten raus“ sind, dann probieren Sie es bitte aus.
Es mag stimmen, dass die Welt leer wäre ohne ein Kinderlachen. Doch es stimmt auch, dass es manchmal schön ist, KEIN Lachen von außen zu hören und nur seinem eigenen, inneren Dialog zu lauschen und sich vielleicht nicht zuständig fühlen zu müssen, wenn ein Stimmchen „Mama“ ruft.
Gerade aktuell ist eine heftige Diskussion in den sozialen Medien im Umlauf: ein Restaurantbesitzer öffnet ab 17 Uhr sein Lokal für Adults only!
Und warum? Weil sich viele Erwachsene durch den Kinderlärm gestört fühlen. Es mag sich die Frage stellen ob das richtig oder falsch ist. Aber warum muss man immer alles in Schwarz und Weiß teilen? Warum kann man etwas nicht einfach so stehen lassen, ohne es zu bewerten? Es wird einen Grund geben, warum der Besitzer sich so entschieden hat, auch auf die Gefahr hin, Kunden zu verlieren oder schlechte Bewertungen zu bekommen.
Ich finde es mutig, eine Entscheidung zu treffen und dahinter zu stehen. Generell. Und ganz besonders wenn diese auch für die Öffentlichkeit von Bedeutung ist und polarisiert.
Immer mehr  Eltern genießen vor allem im Urlaub die kinderfreien Bereiche und können als Paar die gemeinsame Zeit nutzen, die im Alltag oftmals zu kurz kommt.
Vielleicht sind die vehementen Kinderfreibereichsverweigerer die, die Schwierigkeiten mit dem Abgeben von Verantwortung oder Angst vor Kontrollverlust haben?
Zu vertrauen, dass alles seine Richtigkeit hat und jemand anderer auch gut für das Kind sorgen kann, ist vielleicht auch nicht so einfach für den/die eine(n) oder andere(n)!
Und dann wollen wir das schlechte Gewissen nicht vergessen! Man muss alles, besonders die Kindererziehung, ALLEINE schaffen! Nur keine Hilfe beanspruchen und sich bitte fast bis zur Eigenauflösung engagieren!
Glückliche Eltern sind gute Eltern. Wenns den Eltern gut geht, geht es den Kindern auch gut. Also sei zu tun was dafür notwendig ist. Die einen brauchen mal kinderfrei, die anderen sind glücklich, wenn alle zusammen sind.
Jeder soll die Möglichkeit haben, sich zu entscheiden. Und deshalb finde ich es gut, dass es kinderfreie Zonen gibt. So kann jeder dorthin gehen, wo er meint seine Entspannung zu finden.
Ich finde es nicht in Ordnung, jemanden dafür zu verurteilen, dass er seine Freizeit lieber ohne Kinderstimmen verbringt. Umgekehrt soll es Bereiche geben, in denen Kinder eben Kinder sein dürfen. Ohne Rücksicht!

Notiz an mich selber:
Lärm ist menschlich, Stille göttlich!

Verzeihung!

Ein großes Wort, finden Sie nicht?
Aber nur, wenn man es wirklich, wirklich ernst meint.
Es kann auch ein Wort sein,  das einem schnell mal über die Lippen kommt, weil es manchmal  süffisant, zweideutig, unsicher, provokant oder doppeldeutig benutzt wird.  Vielleicht ist es tief im Inneren ernst gemeint, aber es wird eingebettet in Unsicherheit, damit man nicht dumm da steht wenn das grundsätzlich heilsame Wort vom Gegenüber nicht ernst- oder gar angenommen wird.

Verzeihen heißt: „Erinnern ohne Schmerz„.
Geht das überhaupt? Ja, das geht!
Mit Hilfe der Zeit, und der inneren Bereitschaft.
Konfuzius sagt: „Es schadet nicht, wenn einem Unrecht geschieht. Man muss es nur vergessen können.“
Klingt merkwürdig im ersten Moment, ich weiß, doch bei genauerer Betrachtung hat der große Meister recht. Verzeihen verhilft zu eigenem inneren Frieden und ist KEIN Zeichen von Schwäche, im Gegenteil!

Manchmal, tief im inneren, in unserem Kinder-Ich(Sigmund Freud), neigen wir dazu, aus sehr fragwürdigen Gründen nicht verzeihen zu können oder zu wollen. Man befürchtet, dem anderen dadurch einen Freibrief zu geben und möchte ihn bestrafen. Dass dadurch die Beziehung zu unserem Gegenüber im schlimmsten Fall auseinanderbricht, bedenken wir in unserem Zorn gar nicht.
Doch was hat man selbst dazu beigetragen, dass ein Verzeihen überhaupt notwendig ist? Auch diese Seite muss betrachtet werden, selbst wenn man sich als Verletzte(r) im absoluten Recht und in der Opferrolle sieht.
Aber wie oft soll man verzeihen? Ist es nicht auch wichtig, eine Grenze aufzuzeigen und dem Gegenüber zu vermitteln, wann etwas wirklich, wirklich genug ist? Was, wenn man sich selbst in all der Verzeihung verliert und irgendwann seine eigenen Grenzen nicht mehr kennt?
Jesus sagt: „Geben ist seliger denn nehmen„. Das bedeutet, dass wir gar nicht so oft verzeihen können, als dass uns schon vergeben wurde. Egal von wem. Irgendjemanden haben wir auch schon einmal verletzt und dann waren wir auf dessen „Gnade“ angewiesen. Ich weiß das klingt sehr theatralisch, doch ich denke dass es darum geht. Selbst wenn wir nicht um Verzeihung bitten, weil wir denken es sei egal, ob uns vergeben wird und wir auf die Zuneigung des anderen nicht angewiesen sind, ist ein wohlwollendes ungestörtes Verhältnis für jeden von uns ein beruhigendes Gefühl, denn JEDER  möchte geliebt, wertgeschätzt und (an)erkannt werden.
Und deshalb bin ich der Meinung, dass wir alle auf Vergebung angewiesen sind, Punkt.

Es gibt viele Gründe fürs Verzeihen: das Missverständnis, ein verpasster Termin, der zu früh eingetretene Tod eines geliebten Menschen, das selbst herbei geführte Lebensende, die Lüge, der Seitensprung, das Suchen von Bestätigung im Außen, das Herabwürdigen und Beschimpfen und so vieles mehr…
Letztendlich geht es bei jeder Verletzung um alte, meist kindliche  Erlebnisse, die darauf warten, gelöst zu werden.
So können wir also, im Erwachsenen-Ich, Verzeihen als Chance zur Heilung betrachten.
Mein Lieblingspädagoge und Tiefenpsychologe Andreas Winter sagt, dass es leider nicht sehr viele echte Erwachsene gibt, weil wir bei  jeder nächsten Gelegenheit als kindliche Opfer mit kindlichen Methoden reagieren(Rückzug, Angriff oder Totstellung).
Es liegt also noch ein weiter Weg vor uns zum wahren Erwachsensein, wenn wir das werden wollen!

Eines ist sicher: Verzeihen geht sicher nicht von heute auf morgen, es braucht seine Zeit und darf geübt werden. Letztendlich tun wir uns nur selbst den größten Gefallen, wenn wir es schaffen. Und vielleicht geht es gar nicht immer um das Verzeihen  der Fehler des anderen, sondern um unsere eigenen.

Falls  sie sich vielleicht gerade die Frage stellen ob sich verzeihen überhaupt lohnt, dann erinnern sie sich daran, dass Verzeihen eine Eigenschaft des Starken ist und nicht die des Schwachen!

Danke an alle Verzeiher und *Chapeau* an diejenigen die das Verzeihen täglich üben!

Auszug aus dem Reisetagebuch

Amore mio!

…sind dann die Einkaufstaschen und die wertvollsten Dinge im Hotelzimmer verstaut und frau die Hände für andere wichtige Dinge frei hat, zieht es sie in eine der angesagten Bars der via della shopping.

Aktuelle Beats dröhnen aus den Boxen, der Barmann mixt was das Zeug hält und wo man hinschaut coole italienische Menschen. Und österreichische. Viele, viele österreichische junge Menschen.
Es ist springbreak-time in Lignano! Ausnahmezustand tagsüber am Strand und nächtens in der Barstreet.
Zum Glück hat frau vorgesorgt und sich ein schmuckes Hotel mit feinem Pool und Poolservice organisiert.
Ein Spaziergang am Strand reicht aus, um sich einen groben Überblick über die Situation zu verschaffen und weiß, wo man seine Badezeit NICHT verbringen will!
Selbst beim Liegen am Wasserbecken kommt man in den musikalischen Genuss, der sich aus den transportablen Boxen ergießt und frau gibt zu, dass die rhythmische Dröhnung zur Einstimmung auf einen lau(t)en Abend beitragen können.
Nachdem frau sich also in einer hippen Bar einen fixen Stellplatz organisiert hat, freie Sicht auf alle Gäste hat und (die eine mehr als die andere) unauffällig zum Rhythmus schwingt, wird zunächst ein Cocktail bestellt und über dessen Zubereitung und mögliche Wirkung diskutiert.
Das flotte Tanzbein wird in Stellung gebracht, sämtliche unvorhergesehene Situationen im Geiste durchgespielt. Frau muss sich schließlich dieses Wochenende ohne männlichen Sicherheitsbeauftragten durchschlagen und da das tanzende und trinkende Nachtvolk eher noch in der unteren Altersliga spielt, wähnt sich das SIE über 40 in Sicherheit.
Die Lignano-Damen lachen, konversieren, philosophieren und begutachten ihr Umfeld und schießen natürlich Fotos von den vielen nocturnal animals und von sich selbst.
Und wenn du denkst, es ist hier niemand an dir in reiferem Alter interessiert, dann täuschst du dich. Denn nur ein kurzer Moment der Unachtsamkeit reicht aus und jemand zeigt großes Interesse:
an deiner Tasche!
Und bis du drauf kommst ist der Aufreißer längst damit über alle Berge!
Mit einer Frau in fortgeschrittenem Alter legt sich keiner an, denn die schützen sich vor ungewollten Angriffen jeglicher Art!
Deshalb hat sie alles Wichtige, inklusive Einkaufstaschen, im Hotelzimmer gelassen. Damit rechnet kein Abstauber und wird sich solange in Sicherheit eines ergiebigen Raubzuges wähnen, bis er sein Diebesgut öffnet.
Da die entwendete Tasche zum Glück NICHT von Bulgari war, ist die Trauer über den Besitzerwechsel nicht allzu groß und frau kann sich wieder den wichtigeren Dingen des Lebens widmen, wie zum Beispiel dem Konsum eines weiteren Mischgetränk und der Überlegung wo eine neue Tasche ersteigert wird.
Ein Vorteil am Älterwerden ist größere Flexibilität und mehr Gelassenheit! Die Natur hat für risikoreiches Leben vorgesorgt.

Erkenntnis: nicht immer muss es ein Herz sein, das man im Urlaub verliert. Manchmal ist auch „nur“ eine Tasche!

Danke an die Stammtischdamen für das entzückende, sonnendurchflutete und erlebnisreiche Lignano-Wochenende!

Auszug aus dem Reisetagebuch

Mode, schau!

Wenn der erste Tag im sonnigen Italien zu Ende geht, und frau sich zurechtmacht, dann ist sie bereit für la Notte mit allem was dazu gehört.
Wie bereits erwähnt, hat noch keine gute Geschichte mit einer „Latte“ begonnen und dementsprechend wird die Vinobar angesteuert, in der man schon am Nachmittag gute Stunden verbracht hat.
La Lingua erinnert sich sogleich an il Gusto und sendet alle Eindrücke ans weibliche Gehirn.
Da man jederzeit mit diversen Knabbereien zum Alkohol verwöhnt wird, läuft man fast Gefahr, seinen anfänglichen Appetit zu betäuben, doch in fortgeschrittenem Alter weiß jeder, wie übel solche Geschichten enden können. Also beendet frau nach dem Glas ihre Weinsitzung und schlendert durch die betriebsame Einkaufsstrada, ein Auge immer auf mögliche Schnäppchen gerichtet.
Ein feines Ristorante ist alsbald gefunden, denn so gut wie jedes Lokal bietet ausgezeichnete italienische Cucina und fast alles was Herz und Magen begehren, kann bedenkenlos genossen werden.
Die eine entscheidet sich für eine typische italienische Speise wie Pizza, die andere schließt sich an und die dritte wagt sich an frittierte Meerestiere. Egal was, alle sind zufrieden und lukullisch glücklich. Das Essen schmeckt, das Wetter passt und der Wein hinterlässt einen feinen Geschmack auf der Urlaubszunge.
Aber da frau ja nicht (nur) zum Spaß in italienischen Gefilden weilt, sondern einen einkaufstechnischen Auftrag zu erfüllen hat, wird die Tafelrunde beendet und dem Duft der zahlreichen Modehäuser gefolgt. Alteingesessene Lignano-BesucherIn(ausgesprochen Linjano) kennt natürlich die besten Shops mitsamt deren VerkäuferIn oder gar BesitzerIn und handelt nach erfolgreicher Ware-gegen-Geld-Interaktion ein paar percentuale zugunsten der UrlauberIn heraus!
Und so kann es den ganzen Abend weitergehen. Oder fast. Denn shoppen macht auch durstig und die ausgetrocknete Kehle schreit nach einem Prosecco auf Eis oder einem Aperol sprizz.
Also kehrt man in der nächsten Vinothek ein und ordert das alkoholhältige Erfrischungsgetränk!
Da man mit Einkaufstaschen nicht besonders lässig wirkt, entscheidet frau, diese besser ins Hotelzimmer zu bringen um die Hände frei zu haben für eine Nacht voller Musik, Tanz und Unterhaltung.

Und falls man am nächsten Morgen mit Ringen unter den Augen aufwacht, dann sind die hoffentlich von Bulgari!

Fortsetzung folgt…

Auszug aus dem Reisetagebuch

…oder: wenn eine eine Reise tut, dann kann sie was erzählen.

Wie war das? Eine Einladung schlägt man nicht einfach aus. Schon gar nicht, wenn es sich dabei um den Geburtstag der Freundin handelt, sie zwei Jahre im Vorfeld geäußert wird und der Feierort Lignano Sabbiadoro ist.
Zwei Jahre Vorlaufzeit. Zwei Jahre Vorfreude. Zwei Jahre Vorbereitung. Für etwas bemoostere Menschen also gerade genügend Zeit,  sich geistig-seelisch auf die Reise vorzubereiten.
Während Männer vermutlich „einfach“ ins Auto steigen und losbrausen, müssen Frauen diese Absicht lange planen. Etwaig vorhandene Kinder müssen gedanklich versorgt gewusst, die Wäsche für die hinterbliebene Familie vorbereitet, das notwendige Outfit geplant und ein möglicher Friseurtermin organisiert werden. Man muss vorbereitet sein, die Zeit vergeht ja so schnell…
Zwei Jahre und einige Lebensumstandsveränderungen später trifft man sich zum Reisestelldichein. Das Frauenvehikel vollgepackt wie für eine Weltreise, für alle Eventualitäten gewappnet, braust man also genItalien. Dank Geburtstagskinds Organisationstalent wurde ein schickes, gemütliches Hotel sowohl in Strand- als auch in Einkaufsstraßennähe gebucht. Ganz so, als hätte man gewusst, was Frauen wollen.
Nachdem man also nach sechsstündiger Autofahrt endlich den Ort des Geschehens erreicht und das doch deutlich kleinere Zimmer als zuhause bezieht, sucht frau eine italienische Proseccobar auf, um sich das geistige Einstellen auf die beschränkte Bewegungsfreiheit etwas zu erleichtern. Alkohol löst zwar keine Probleme, aber das tut Wasser schließlich auch nicht!
Man wird im beliebten Urlaubsort schnell fündig und genießt das Ankommen bei einem kühlen Glas Frizzante. Erste Überlegungen über den dreitägigen Urlaubsalltag werden angestellt und schnell wird klar: die Lignano-Damen wollen grundsätzlich dasselbe von den gemeinsamen freien Tagen. Das erleichtert das 24stündige Zusammensein auf engem Raum ungemein. Ist ja nicht so, als würde man sich nicht kennen, daher fällt es nicht schwer, aufeinander Rücksicht zu nehmen, oder es zumindest zu versuchen.
Mit fortgeschrittener Stunde und einem weiteren Glas vom Hochprozentigen wird die Runde immer gesprächiger, die Laune immer besser, die Müdigkeit immer geringer und der Spaß immer lustiger.
Doch da Frauen eher zur Vernunft neigen, trinkt man sich leer und nimmt den jetzt komischerweise breiteren Weg Richtung Hotel ins Visier. ‚Wer schwankt hat mehr vom Weg‘!

Zielsicher wird der reservierte Strandplatz angesteuert und sobald die Liege gefunden, mit Handtuch gesichert wurde und der Schirm aufgespannt ist, wird die neue Freiheit zum langverdienten Schläfchen genutzt. Leider ist dies im Familienbadeort nicht ungestört möglich, da Menschen verschiedener Herkunft mit dem Anpreisen ihrer Waren hier ihren Lebensunterhalt bestreiten. Und sie nehmen auf dein Schlafdefizit keine Rücksicht und reißen dich mit beherzten Rufen aus deinen süßen (Prosecco- und Mode)Träumen.
Dennoch hilft das Powernapping beim Erholen und energiegeladen macht man sich daran, sich auf einen italienischen Abend einzustellen.
Die Innenstadt eignet sich dafür am besten und man beginnt den Abend so, wie man den Nachmittag beendet hat:
nämlich mit Alkohol… weil noch nie eine gute Geschichte mit einem Glas Milch begonnen hat.

 

Fortsetzung folgt…

DE MUTigen gehört die Welt

 

Kann man Demut lernen, oder ist sie angeboren?
Sollte man demütig sein oder werden oder ist das ein alter und überholter Begriff aus der Kirchensprache?
Wenn jemand früher von Demut oder demütig-sein sprach, dann wusste ich nichts damit anzufangen und hatte sofort das Bild der knieenden Nonne vor Augen, deren gesamtes Handlungsfeld der Kirche und Gott gewidmet war. Faaaaaaad!

Heute, einige Jährchen später hat sich mein Bild von Demut geändert. Ich versuche demütig zu sein. Noch mehr zu sein oder endlich zu werden. Manchmal ist es mir zu wenig. Nämlich dann, wenn ich ein langersehntes Ziel erreicht oder ein Projekt beendet habe, und schon wieder zum nächsten (scheinbaren) Etappensieg hetze. Nichts gegen Ziele-vor-Augen-haben, doch sich im eigenen Haus umschauen bevor man die Welt verändern will wäre auch nicht schlecht.

Sind SIE demütig?
Was heisst das eigentlich?
In Wikipädia steht: die Bereitschaft, etwas als Gegebenheit hinzunehmen, nicht darüber zu klagen und sich selbst als eher unwichtig zu betrachten.
Nicht zu verwechseln mit dem sogenannten Kriechertum, das besagt, dass man sich selbst erniedrigt, oder sich vor anderen demütigt. Das hat nichts mit Demut zu tun!
Genauso gibt es einen großen Unterschied zwischen demütig sein und gedemütigt werden. Ersteres ist die eigene innere Einstellung, während zweiteres das Ausnutzen seiner Stellung gegenüber einem anderen bezeichnet.
Nun, zurück zum eigentlichen Gedanken: sollte man also demütig sein?
Ja! Ich denke schon. Vielleicht könnte man demütig mit dankbar vergleichen. Dankbar sein für das was man hat, was man geschafft hat, was man ist. Natürlich gibt es immer mehr, immer etwas Schöneres oder Besseres, aber warum nicht einmal innehalten, sich umsehen und erkennen, dass es aber auch immer etwas Schlimmeres, Hässlicheres oder Schlechteres gibt?,
Ich habe mich während meiner „Recherchen“ zu diesem Thema umgehört und bin drauf gekommen, dass demütig-sein auch etwas mit voranschreitendem Alter zu tun hat. Wenn man jung ist, erkennt man die Bedeutung dieses Wortes noch nicht. Vielleicht weil das Bewusstsein, dass Erreichtes nicht geschenkt, Gesundheit nicht selbstverständlich und Liebe in ihrer unterschiedlichen Aufmachung ein Glücksfall ist, noch fehlt.
Doch mit wachsender Lebenserfahrung erkennen wir, dass ALLES in und um uns Geschenke sind und dass uns ALLES in einem Bruchteil einer Sekunde wieder genommen werden kann.
Die Eltern, die ihren Erziehungsauftrag nicht zeitgerecht erfüllen konnten, der geliebte Mann, mit dem man seine Zukunft geplant hatte, selbst das Kind dem nur ein kurzes Stück Leben vergönnt war. Wobei der Tod das endgültigste aller Schicksale ist, doch was ist mit Naturkatastrophen, die über uns und unseren Besitz unangemeldet hereinbrechen und unsere Existenzen bedrohen oder gar auslöschen können?
Nichts von dem was wir sind und haben ist von Dauer und dessen MÜSSEN wir uns bewusst sein. Sich einfach immer wieder mal daran erinnern und dankbar sein, dann ist der Schritt zur Demut getan.
Im Gespräch mit einer lieben Freundin sinnierten wir über den Begriff und dessen Bedeutung und wir kamen drauf, dass man in diesem Bewusstsein über die Vergänglichkeit dennoch Spass haben soll bzw MUSS! Denn sonst hätte all das keinen Sinn. Und die Fähigkeit, mitten in der Pflichtvergessenheit einen dankbaren Gedanken zu haben, die kann man üben.
Es gelingt mir schon ganz oft, am Ende eines Tages ein beherztes Danke auszusprechen und es macht mir ein gutes Gefühl, Dankbar zu sein.
Vielleicht ist Dankbarkeit und Demut die Vorbereitung aufs Glücklichsein?
Es fühlt sich zumindest so an…doch darüber wird es vielleicht einen eigenen Artikel geben😉.

Notiz an mich selber: Die Steigerung von MUT ist DEMUT und den MUTigen gehört ja bekanntlich die Welt.

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