Autor: Isabell_Tuechler (Seite 1 von 6)

Corona-Kur

Jeder der zur Gesundheitskur fährt, hat irgendwo ein Zipperlein, ein Aua, das ihn quält. Und das muss nicht nur körperlicher Natur sein. Doch hier bist du wirklich in guten Händen und es wird für dich gesorgt, sodass du zumindest eine optimale Wundversorgung bekommst, unter der die mögliche, erhoffte Heilung beginnen kann.
Dazu gehören nicht nur die nahrhaften Gespräche, die gute Laune am Pool oder in den verschiedenen Hotelbereichen, die Einnahme von vergorenem Rebensaft, sondern auch die wohltuenden Anwendungen auf körperlicher Ebene.
Neben Heu-, Salz-, Kältewickel, Wassergymnastik, Vorträgen oder Workshops verschiedener Inhalte, gibt es auch eine hochmoderne Liegeanwendung. Was nach amourösem Abenteuer klingt, entpuppt sich jedoch als Wasserbett, auch Hydrojet genannt. In diesem liegst du und wirst von oben bis unten durchgeknetet, in sanftes Licht gehüllt und von Entspannungsmusik ummantelt und kannst die anstrengenden Kurtage hinter dir lassen 😉 *sarkasmusistdermanteldesverlierers*.

Die neue Form der Kur, aktive Gesundheitskur genannt, soll das Gesundwerden durch aktives Tun noch intensiver gestalten, jedoch wird auf passive Behandlung nach wie vor Wert gelegt.
Eine Sommerkur unterscheidet sich zu einer Frühjahrskur insofern, als dass die Lust auf zusätzliche körperliche Outdoorbetätigung etwas nachlässt, aufgrund verschiedener Umstände: seien es die hohen Außentemperaturen, die wohligen Zusammenkünfte am Pool oder einfach die speziellen Kurgründe.
Jeder Kuraufenthalt hat andere Schwerpunkte, und jeder bekommt hier was ihm fehlt und was er braucht. Lange Zeit war es ein must-be multitaskingfähig zu sein. Dann kam die Gehirnforschung und stellte fest, dass das gar nicht gesund ist und dass singletasking fürs Gehirn besser sei, da das Gehirn Strukturen und Abläufe liebt.
Und wenn man bereits mehrmals zur Kur war, dann merkt man, wie sich seine Bedürfnisse verändern und man die große Freiheit hat, sich diesen Bedürfnissen hinzugeben.

Erkenntnis des Tages: hinter der Fröhlichkeit findet Heilung statt.

Corona-Kur

Sonntag, Tag des Herrn.
Doch auf Kur gehört dieser Tag allen. Du kannst ihn auf deine, ganz spezielle und für dich zugeschnittene Art genießen. Vorzugsweise am Pool, noch lieber bei Schönwetter am und im Außenpool. Es gibt hier keine Störfelder, außer ein paar Wölkchen am Himmel. Kein Lärm, keine Verpflichtungen, keine Menschen, die irgendetwas von dir wollen. Du bist hier mit dir. Wenn du Gesellschaft willst, gibt es die in jeglicher Form und du kannst entscheiden wie lange diese Beziehungen dauern werden. Das Interessante daran ist, dass sich an fast jeder Ecke verkleidete Schatzkisten an Weisheiten verstecken. Jeder Mensch den du triffst hat auf seine Art und Weise Dinge zu deinem Leben beizutragen, aus denen du Neues schöpfen kannst. Selig, wenn du diese Mitbringsel als Geschenke erkennst.
Die Zeit am Pool verbringst du also so lange es dir Spaß macht und wenn sich dann „die Richtigen“ finden, kann sich schnell eine kleine illustre Runde bilden. Und dann kann es passieren, dass du dich nicht nur in flüssigem Zustand befindest, sondern diesen auch einnimmst in Form von vergorener Traube, mitten im Wasser.

Reminder: ein Weinglas schwimmt. Nachteil: Der Inhalt wird durch hohe Wassertemperatur schneller warm 😄.

Das Wort zum Sonntag: Amen!

Corona-Kur

Nachdem du dich wieder unter den Lebenden befindest und du deinen Kurschatten (Therapieplan) in den Händen hältst, kann das Kurleben beginnen.
Der erste Schritt in die Freiheit ist wohl der schönste und selbst nach „nur“ 24 Stunden Quarantäne ist der menschliche Drang nach Selbstbetätigung und Selbstbestimmtheit enorm. Sämtliche „Gefangene“ stürmen aus den Zimmern und erfreuen sich an der wiedergewonnenen Freiheit.
Die kurze Freizeit bis zur ersten Therapiestunde wird mit verschiedenen, sinnvoll erscheinenden Tätigkeiten befüllt. Selbst wenn man nur 30 Minuten Zeit übrig hat, der Einstieg in die Badekluft lohnt sich allemal. Eilige, kurze Spaziergänge werden genutzt, um die, zur Ruhe gezwungenen Glieder in der Zimmerquarantäne, zu entlasten und den Körper mit Sauerstoff zu versorgen, denn nicht jede(r) hat die große Freiheit, über einen Zimmerbalkon zu verfügen.
Und dann geht es los mit deinem Kurleben. Corona spielt keine Rolle mehr, und du lässt dich ein auf all die wohltuenden, gesundheitsfördernden Maßnahmen, die hier auf dich zugeschnitten sind, angewendet werden und dir einfach dein Wohlfühlen zurück bringen wollen.
Deine einzige Aufgabe ist es, das zuzulassen.

Notiz an mich selbst: Corona hat Stil, deshalb kommt es nicht zu mir😄.

Fortsetzung folgt…

Corona Kur

Corona hat die Welt verändert. Auch die Kur-Welt.
Wenn du zu den Glücklichen gehörst, die jetzt eine Kur besuchen dürfen, dann stell dich darauf ein, dass nichts so ist wie du es vielleicht gewöhnt warst.

Den Begrüßungscocktail mixt du diesmal selbst, denn das Schirmchen ist jetzt ein Stäbchen und die Ingredienzien setzen sich aus deinem Erbgut zusammen. Nicht geschüttelt, in der Mundhöhle gerührt und im perfekten Gefäß serviert und konserviert.


Bis die Mischung aussagekräftig ist, werden circa 24 Stunden vergehen, erst danach darfst du in deiner Zimmerquarantäne auf den erlösenden Anruf hoffen, der dir sagt, dass du frei von Coronaviren, keine Gefahr für Mitkurende und für dich selbst bist.
In diesem Fall ist es von Vorteil, RaucherIn zu sein, denn dann darfst du (inoffiziell) in die Raucherzonen und etwas menschliche Gesellschaft genießen. Natürlich mit Maske beim Kommen und Gehen und mit Sicherheitsabstand.
Dort erfährst du, dass es trotz Corona im Rücken, erholsam und wohltuend ist und man so gut wie normal seinen Kuralltag genießen kann. Den Körper zu stärken und gegen Viren immun zu werden kann ja nicht schaden.
Du verbringst also deinen ersten Tag mit dem Einzug in dein künftiges Reich, genießt den Ausblick vom Balkon und schaust den Turnenden am Pool zu. Dazwischen nutzt du deinen Freigang auf die Raucherterrasse und stillst dort deinen Kontakthunger, wenn du denn einen hast und dich nicht auf Kontaktdiät gesetzt hast.
Die Mahlzeiten werden dir ins Zimmer gebracht, es fehlt dir an nichts und dennoch fühlt es sich an als würdest du auf ein Urteil warten. Die Freiheit fehlt, tun zu können wonach einem ist, sich in Therapien zu begeben, sich beim Sport zu verausgaben, alles abzulegen was einen beschwert.
Doch wie heißt es so schön? „Alles geht vorüber.“
Also zählst du die restlichen Stunden und hoffst auf das erlösende Telefonat, das dich in deine Kurfreiheit entlässt.

Notiz an mich selbst: der erste Weg führt heute an den Pool.

Fortsetzung folgt…

Zeit heilt Wunden. Heilt Zeit Wunden?

Diesen Spruch kennen wir alle. Doch haben Sie schon mal darüber nachgedacht ob er auch wirklich stimmt?
Ich habe es getan und meine Gedanken gesammelt.
Wissen Sie, dass Voltaire diesen Satz im 18. Jahrhundert geprägt hat? Ich glaube er hat nur bedingt damit Recht.
Ein Satz, der sich leicht sagt. Vor allem wenn man nicht betroffen ist. Doch der akute Schmerz will nichts davon wissen, dass er vergeht. Bis Wunden heilen dauert es so lange, bis die Seele meint, bereit dazu zu sein. Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Genauso der Schmerz. Er vergeht nicht schneller, nur weil man sich ablenkt, zerstreut oder ihn bestreitet.
Es stimmt, dass Menschen unterschiedlich mit Schmerz umgehen. Doch entkommen kann ihm niemand. Ich denke das haben Millionen versucht, der Schmerz hat sie alle gefunden und fest umarmt. Wunden können nur heilen, wenn man sie liebevoll pflegt und versorgt. Nur zu gern würden wir einfach ein Pflaster drauf kleben, den Schmerz nicht mehr spüren und die Verletzung nicht sehen. Natürlich gibt es diese Pflaster. Man nennt sie: Alkohol, Nikotin, Tabletten, Menschenansammlungen und andere Ablenkungen. Doch unter diesen Wundstillern findet keine Heilung statt. Darunter wird es höchstens faulig und stinkig und im schlimmsten Fall beginnt es, sich zu entzünden. Wollen wir das riskieren? Auch wenn’s weh tut, über die Zeit der Heilung kommt niemand hinweg.
Eine kluge Frau hat gesagt, dass der akute Teil des Schmerzes und der Heilung mit einer Geburt zu vergleichen ist. Solange es We(h)llen schlägt, ist sie nicht vorüber, wohl aber die Schwangerschaft. Der erste Schritt ist getan.
Und so wie der Nabel als Geburtsnarbe übrig bleibt, bleibt auch nach jeder seelischen Verletzung eine Narbe. Sobald sie Teil deiner Lebensgeschichte ist, schmerzt sie nicht mehr.
Wenn jemand oder das Leben eine Seite aus deinem Lebensbuch reisst, sind wir erstmal überfordert und glauben dass es nicht weitergeht. Doch vielleicht ist es gar nicht mehr als EINE Seite die fehlt? Und die übrigen Seiten werden sich auch spannend und aufregend lesen. Wir würden stets gerne wissen, was in unserem Lebensbuch steht, die Geschichte kennen, die wir über uns erzählen. Doch Leben ist, was passiert, während wir noch Pläne machen.
Und die Komfortzone verlassen mag auch nicht jeder. Schon gar nicht ungefragt und unfreiwillig.
Während Schmerz zu empfinden natürlich ist, ist leiden eine Entscheidung.
Ist Zeit das Pflaster oder gewöhnt man sich einfach an den Schmerz?
Zeit hilft. Und macht aus Ereignissen Erinnerungen. Zeit hilft vielleicht die Intensität des Schmerzes zu regulieren, aber sie löst den Schmerz sicher nicht in Luft auf. Mancher Schmerz bleibt. Verliert aber an Intensität und bestimmt nicht mehr die gesamte Gefühlswelt.
Entscheidend ist wohl nicht die Größe der Wunde sondern die Tiefe.
Den Schmerz zu akzeptieren ist die wahre Heilung finde ich. Die Auseinandersetzung mit diesem hilft bei der Heilung und fördert das persönliche Wachstum, so sagt man. Irgendwas gutes soll es haben, das Leiden.
Die österreichische Bloggerin Jaqueline Scheiber schreibt, nachdem sie ihren Partner durch plötzlichen Tod verloren hat: […]dann weiß ich, dass mein Schmerz ein Gesicht trägt. Ein weiterer Ausdruck, der meinem Gesicht nun inne wohnt.
Eine starke Person, die gelernt hat, mit Schmerz umzugehen und ihm einen Platz in ihrem Leben gegeben hat.

Vielleicht heilt also nicht die Zeit alle Wunden, sondern wir selbst, mithilfe der Zeit.

Memo: Die Zeit mag Wunden heilen, aber sie ist eine miserable Kosmetikerin.

Vom Suchen und Finden 2.0

Ich habe in der Geburtsstunde der Schreibstube einen Artikel www.isis-schreibstube.at-vom-suchen-und-finden geschrieben.
Gerade jetzt wird mir bewusst, wie zutreffend das dort Geschriebene im Moment ist.
Ich habe mir damals überlegt, dass wir Menschen uns oft etwas wünschen, jedoch beleidigt sind wenn wir es anders verpackt bekommen.
Ich finde, genau das passiert gerade! Wir wünschen uns ständig weniger Arbeit, kürzere Arbeitszeiten, weniger Trubel in pädagogischen Einrichtungen, mehr Zeit für die Familie, weniger Außenkontakte, weniger Verpflichtungen, mehr Zeit zu Hause, weniger Konsummöglichkeiten, mehr Zeit fürs Lesen, mehr Zeit für Erledigungen in Haus und Garten.
Als ich Kind und Jugendliche war, war das sonntägliche Messe feiern eine Pflichtaufgabe für mich, weil ich es nicht selbst entscheiden durfte, sondern es ungefragt tun musste. Heute DARF ich es nicht, weil selbst das für eine gewisse Zeit eingestellt ist. Und plötzlich bekommt der Satz: Müssen macht müde und Wollen macht wach eine völlig neue Bedeutung!
Wenn wir es schaffen, all das, was wir jetzt bekommen, als eine Erfüllung dessen zu sehen, was wir uns eigentlich schon lange gewünscht haben, werden wir uns mit Sicherheit besser fühlen und mit der Situation leichter umgehen können.
Man kann beobachten, dass Menschen, die den sozialen Rückzug als innere Haltung und mit Überzeugung schon lange praktizieren, auch jetzt keine Probleme damit haben. Sie leben generell nicht im Überschuss und haben das Notwendigste in ihrem Leben bereits eingebaut und integriert. Für sie ändert sich gerade nicht viel. Denn sie suchen sich nicht im Außen. Auch dafür könnte diese neue Situation eine Lehrstunde für jeden von uns sein.
Dann gibt es die anderen, die sich seit Beginn der Virusthematik mit nichts anderem beschäftigt haben. Sie waren auf dem neuesten Stand, wussten über jede Neuerkrankung und jede Maßnahme Bescheid, kannten jeden Schritt der Regierung besser als die Beauftragten selbst, jedoch vor einer eigenen Erkrankung konnten sie sich nicht schützen. Ich bin überzeugt, dass man durch permanente Beschäftigung mit Schreckensbildern- und Nachrichten in seinem Inneren Tür und Tor für Krankheit und Vergiftung öffnet.
Sich ständig mit den Angelegenheiten anderer zu beschäftigen bringt nichts anderes als Stress und Stress führt nachweislich zu Krankheit. Leider Gottes wissen wir heute sehr oft nicht mal mehr, was unsere und was fremde Angelegenheiten sind, bzw. wird man als rücksichtslos verdächtigt, wenn man sich nicht einmischt oder sich ungebeten keine Gedanken um den anderen macht. Welche Maßnahmen in einer Krisensituation verhängt werden ist die Angelegenheit der Zuständigen. Wie ich jedoch mit diesen umgehe, ist wiederum meine. Und nur darum kann und muss ich mich kümmern.
Es ist wirklich spannend und interessant, wie Menschen, die wir gut und lange kennen, mit dem derzeitigen Thema umgehen. Man spürt und hört die Angst die herrscht. Mittlerweile hat wohl jeder eine Meinung zu dem Thema.
Es ist am besten, den für sich richtigen Weg zu gehen, denn was anderes klappt eh nicht. Wünschenswert wäre, dass es uns gelingt, das Positive raus zu holen und damit gut zu leben. Ich habe selbst bemerkt, wie leicht man in eine gewisse Panik verfallen und im weiteren Verlauf zu einem Panikmacher werden kann, wenn man ungeprüft seinen eigenen und den fremden Gedanken und Horrorbildern glaubt.
Eines ist sicher, jeden Tag geht die Sonne auf, die Erde dreht sich weiter. Doch ohne Angst ist dies besser zu erkennen als mit. Ich bin auch überzeugt, dass selbst für die Wirtschaftsgeschädigten gut gesorgt werden wird. Und wer weiß, vielleicht hat die Krise ja auch hier etwas Gutes.
Es ist doch gerade Fastenzeit. Dann sehen wir das ganze als eine Übung an unseren überreizten Egos. Und auch der morgige, erste Arbeitstag in der veränderten Situation wird vorüber gehen.
Und irgendwann hat uns der normale Wahnsinn wieder und wir wünschen uns vielleicht erneut eine „Eindämmung der sozialen Außenkontakte“😉.

Notiz an mich selbst: so lange ich mit der Gegenwart streite, kann ich nur verlieren!

Mit Vorsatz

Gerade eben hat sich das alte Jahr verabschiedet und Platz für ein neues gemacht. Und alles was man liest und hört sind Vorsätze. Tu dies, lass das und wenn du erst mal…..erreicht hast oder bist, dann bist du endlich glücklich und zufrieden!
Lange Zeit hab ich an diese Weisheiten geglaubt und nicht bemerkt, wie unzufrieden, selbstkritisch und negativ die Gedanken um die eigene Person werden, wenn man sie ungeprüft glaubt.
Wie wäre es, wenn man auf Vorsätze pfeift und einfach nur glücklich ist?
Im Lemmingzeitalter(Sarkasmus lässt grüßen) meinen viele, tun zu müssen was empfohlen wird und was die Mehrheit tut. Was hip, modern und trendig klingt, muss gut sein. Doch was ist mit unserem Bauchgefühl? Unserem ureigenen, alten Wissen um unser eigenes Wohlbefinden? Wir trauen uns selbst nicht mehr über den Weg, weil ständig jemand anderer angeblich weiß was für uns gut ist.
Das interessante an dieser Betrachtungsweise ist, dass keiner dieser Gedanken meist stimmt und wenn man sie auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft, der Weg immer zu sich selbst führt.
Überdenkt man demnach den Gehalt an Vorsätzen, dann kommt man darauf, dass sie einem im Grunde nur vorgaukeln, dass das was du JETZT hast oder du bist, nicht stimmig ist, dass du besser sein solltest, anders, dünner, stärker, größer, reicher, Nichtraucher etc.
Was bleibt ist wiederum die schlechte Meinung, die man leider eh allzu oft von sich selbst hat.

In einem Leben, in dem es generell an Eigenliebe mangelt, sind dann ja Vorsätze wie ein erneuter Messerstich ins Herz, oder?
Es heißt, Selbstliebe erlangt man(wenn man sie nicht von zuhause schon bekommen hat-was leider viel zu häufig passiert), wenn man es schafft, im Hier und Jetzt zu leben und sich nicht permanent mit fremden Angelegenheiten beschäftigt (über die anderen wissen wir immer sehr genau, wie sie sich verhalten sollen oder was sie zu tun und lassen haben).
Demnach gaukeln einem Vorsätze vor, sich ständig mit der Wunscherfüllung in der Zukunft zu beschäftigen. Wie soll es dann klappen mit der wertvollen Selbstversorgung?
Alles was man sich für die Zukunft erhofft, ist scheinbar im JETZT ein Problem. Ein Problem, das man aber selber erschaffen hat, soll künftig anders werden. Wenn man diesen Gedanken glaubt, kann das ganz schön Druck und Stress auslösen, oder?
Hand aufs Herz: wie wäre es ohne diesen Gedanken? Fühlt sich besser, freier, liebevoller an, oder?
Wie auch immer man zu Neujahrsvorsätzen steht, ich denke sie können auch hilfreich sein. Vielleicht richten sie den Fokus auf ein Ziel, das man aus den Augen verloren hat, oder helfen, ein schlummerndes Bedürfnis zu erkennen.
Vielleicht sollte man statt VOR-SATZ einfach Bedürfnisreise oder Wunscherfüllung sagen, klingt irgendwie freundlicher.
Entscheiden Sie für sich und seien Sie nicht allzu streng mit sich, wenn´s nicht gleich klappt bei der Umsetzung. Wir haben 365 neue Gelegenheiten bekommen!

#reminder: ob es ein Neuanfang wird, entscheidet auch jeder für sich. Es liegt weder an der Uhrzeit oder am Datum, ob sich etwas ändern darf!

Notiz an mich selber: die Vergangenheit lasse ich hinter mir, ich genieße das Hier und Jetzt und bin offen für das was kommt!

Winterfest

Im Frühling des Winters, also im Herbst, denkt der Wohnungs- und Hausbesitzer langsam aber sicher an das Isolieren seines Freiluftzimmers, soweit vorhanden.
Es ist jedes Jahr dasselbe Schauspiel. Die Buschwerke werden aufs Nötigste zurück geschnitten, Gräser „fadenscheinig“ umwickelt, sodass sie sich nicht mehr bewegen und sich fallender Schnee nicht auf ihnen niederlassen kann, da ihre sonst natürliche Wuchsweise unterbrochen würde.
Es soll ja Menschen geben, die für das Grasbändigen satte sechs Arbeitsstunden verlangen, man selbst schafft die Arbeit aber in etwa einem Drittel der Zeit. Gratis. Ohne Ausbildung und Praxiserfahrung. Und wenn man die Experten dann nach der Rechtfertigung der Höhe des Preis befragt, erreicht man, neben einer abwertenden und frechen Antwort, dass man künftig nicht mehr vom Fachbetrieb versorgt wird. Vielleicht sollte ich darüber nachdenken, professionelle Grasbändigerin zu werden🤔.
Aber nicht nur die Pflanzung bedarf der schützenden Zuwendung vor dem Winterschlaf, auch bewegliche Habe möchte sich in Sicherheit wissen, bevor es ihr kältetechnisch an den Kragen geht.
Also werden Sitzgelegenheiten fein säuberlich gefaltet(wenn möglich), gestapelt und zusammen getragen und vielleicht mit Nässe abweisendem Material abgedeckt. Man möchte ja nicht jedes Jahr eine neue Gartengarnitur kaufen müssen. Gutes, passendes, bequemes und optisch ansprechendes Garten- oder Terrassenmobilar ist nämlich nicht immer leicht zu finden. Deshalb sollte es so lange wie möglich beschützt und gehegt werden.
Topfpflanzen, die nicht winterhart sind, müssen ihr junges Leben lassen und wandern in den Biomüll. Robustere Sorten dürfen noch in ihrem begrenzten Lebensraum bleiben und so lange ihren Besitzer erfreuen, bis auch ihr Leben endgültig verraucht ist und sie sich der vollen „Härte“ des klimawandelnden Winters geschlagen geben müssen.
Andere Arten sind generell stark, trotzen Schnee und Kälte und dürfen deshalb die winterlichen Feiertage und die dunklen Tage und langen Nächte in den Gärten, auf den Gräbern oder Terrassen verbringen, um ein wenig Leben im Winter zu simulieren.
Irgendwie ist es immer wie ein kleiner Abschied von der lebendigen Realität, wenn man den Garten einwintert, finde ich. Dass jedoch in den Zweigen schon wieder neues Leben wartet, vergisst man im Einwinterungsprozess manchmal und könnte sich daher immer wieder vor Augen gehalten werden, um nicht in Trauer zu verfallen.

Kinder sind ja in vielerlei Hinsicht meine absoluten Vorbilder: fragt man die nämlich, welche die schönste Jahreszeit ist, antwortet die Mehrheit, dass das der Winter sei. Fragt man weiter, erfährt man, dass es dann Schnee gibt, man Rodel fahren und Schneemann bauen kann. Nun gut, der hausbesitzende Erwachsene denkt vermutlich in erster Linie an das bevorstehende Schneeschaufeln und Eiskratzen in aller Herrgottsfrühe. Deshalb: eine zweite Schneeschaufel kaufen, und einfach „paarshippen“.
Auch wenn ich jedes Jahr im Inneren ein wenig traurig bin, wenn ich sichtbar Abschied vom vollen (Pflanzen)Leben und vom wunderbaren Sommer nehmen muss, hat es auch was Gutes: im Winter hat man Outdoor viel weniger Arbeit und so wie der Garten ruht, ruhen auch Spaten, Gartenschere und Rechen. Die Nachmittage können nun für andere Tätigkeiten genutzt werden. Alles hat zwei Seiten, suche die positive!

Notiz an mich selbst: im Winter hänge ich das dünne Nervenkostüm in den Schrank und zieh mir mein dickes Fell an!

Immer wieder Sonn-tags

SONN-tag! Der siebte Tag der Woche. Der Tag an dem die meisten (aber nicht alle) frei haben.
Wir könnten also von einem SONNENtag sprechen. Oder?
Der Sonntag ist tatächlich der Sonne gewidmet. Auch wenn diese mal nicht scheint.
Die alten Römer hatten jeden Wochentag einem Gott zugeordnet, in diesem Fall dem Sonnengott Sol.

Seit ich mich erinnern kann, hat es der Sonntag nicht in das Ranking „beliebtester Tag der Woche“ geschafft.
Auch wenn man frei hat, heißt es doch, dass anderes auch frei hat. Geschäfte zum Beispiel, oder sehr viele Lokale. Und selbst wenn man noch bis mittags die Möglichkeit hat, seinen Standort zu wechseln, ist das spätestens ab Nachmittag vorbei. Zumindest je nachdem, was man vor hat.

Egal ob als Ein- oder Zweispänner, der Sonntag fühlt sich qualitativ anders an. Was bleibt einem denn übrig, als diesen Tag „zu nutzen“? Man kann ja gar nichts anderes tun!
Man hat zwar endlich die Zeit für Ausflüge, Wandertouren, Kaffeehaus- und Heurigenbesuche, das stimmt. Und das mit Freunden, die sonst auch keine Zeit dafür haben. Aber was, wenn man das gar nicht will? Oder die anderen das nicht wollen?

Besonders Singles mögen den Sonntag auch nicht so gern hab ich erfahren. Sonntag hat irgendwie etwas mit Familie zu tun. Wenn du keine hast oder nicht so viel mit ihr zu tun haben willst, kann der Sonntag, je nach Augenaufschlagszeit, seeeehr lang sein. Denn während alle vom ausschlafen am freien Tag sprechen, lächelst du nur, weil du weißt, dass dich deine sogenannte „innere Uhr“ genauso zeitig weckt wie an allen anderen Tagen auch. Der Vorteil: du hast das Gefühl, dass es DEINE Entscheidung ist und nicht die des Weckers oder des Arbeitgebers.

Zum Glück gibt es auch Menschen, die den Sonntag ganz sicher lieben: Die Frau, die an diesem Tag ihre Küche geschlossen hält und sich mit ihrer Sippe außerhäuslich lukullisch bedienen lassen darf.
Oder der Mann, der Sonntage zuhause verbringen kann, weil er die ganze Woche unterwegs ist.
Das Liebespaar, das nur den Sonntag hat, um sich zu treffen und die wenigen Stunden gemeinsam genießen kann.
Vielleicht erleben Kinder Sonntage auch als befreiend weil sie nichts anderes erwarten von dem Tag als „nichts“…? Und weil sie ein anderes Zeitempfinden haben, noch nicht bewerten und nicht an den Tag nach dem Sonntag denken:-).
Ich mag den Sonntag einfach nicht so gern. Er hat nichts zu bieten finde ich. Er hockt nur da und starrt mich an! Ganz besonders unbeliebt macht sich der Sonntag, wenn sich selbst die Sonne vor ihm versteckt.

Ich kann alles, was man gern auf die Sonntags-to-do-Liste verschiebt, auch an den anderen Tagen machen. Aber, wie gesagt, es gibt Leute, die brauchen den Sonntag und das ist gut.

Interessanterweise gibt es eine „Happiness-Studie“ aus Deutschland, die besagt, dass vor allem Männer aus gebildeten Schichten den Sonntag nicht mögen, manch einer spricht sogar von einer Sonntagsdepression. Warum das so ist, konnte die Studie nicht erklären.
1919 führte der ungarische Psychoanalytiker Sándor Ferenczi erstmals den Begriff „Sonntagsneurose“ ein. Einige seiner Klienten litten immer sonntags unter Kopfschmerzen oder Magen-Darmstörungen, ohne sich einen Reim darauf machen zu können. 
Vielleicht liegt der Sonntagsblues an unschönen Erinnerungen in der Kindheit.

Aus kirchlicher Sicht bedeutet der erste Tag der Woche(Sonntag), einen Ruhetag und den Vormittag zur Möglichkeit der Eucharistiefeier zu haben. Der Mensch soll nach getaner Arbeitswoche ruhen und auf sein Werk stolz zurück blicken können. Leider wird heute auf diesen spirituellen, religiösen Gedanken immer weniger Wert gelegt. Der Mensch könnte sich dadurch Halt, Glaube und Orientierung erschaffen. Das ist allerdings nur meine persönliche Meinung.

Und dann ist da noch sein unmittelbarer Nachfolger, der Montag. Wenn der ein Mensch wäre, wäre er vielen wohl mehrheitlich unsympathisch.
Die Nacht, die den Montag einläutet, ist auch meist unruhig und von schlechterer Erholung und Qualität. Vielleicht liegt es am Rauswurf aus der Selbstbestimmtheit vom Wochenende? Klingt das vertraut?

Nichtsdestotrotz muss der Sonntag arbeitsfrei und Geschäfte geschlossen bleiben, das ist meine Meinung.
Wie jeder seinen Sonnentag nutzt, bleibt doch ihm überlassen. Und wer vielleicht am Samstag feiern war und irgend jemand hat ihm K.O. Tropfen in seinen 32. Drink getan, dann braucht derjenige den freien Tag zwischen Samstag und Montag sowieso zum Erholen.

Sonntagsregel: wenn du es von der Couch aus nicht erreichen kannst, brauchst du es nicht!

Feier Tage

Zum ersten Mal seit langem musste ich mir die Frage stellen, wie geht Geburtstag? Zumindest zuhause?
Was komisch klingt, ist eine ernstgemeinte Frage. Wenn man jahrelang seinen Geburtstag nicht in heimatlichen Gefilden und nur als Zweispänner verbringt, verlernt man das 😂!
Wenn Gewohnheiten in die Jahre kommen, ist es eine echte Herausforderung, wieder auf alte, fast vergessene, aber dennoch vorhandene Pfade zurück zu finden.
Um seinen Geburtstag zu feiern, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Manche machen eine Riesenparty daraus, andere feiern eher bescheiden im kleinsten Kreis, und wieder andere verschweigen oder umgehen ihn in der Hoffnung, dass das Leben das Dazuzählen eines weiteren Lebensjahres ebenso vergisst. Klappt aber nicht, soviel sei gesagt😁.
Geburtstage kennzeichnen den Jahrestag der Geburt und wiederholen sich behende bis zum biblischen Ende.
In unserem Kultur- und Brauchtumskreis ist es Tradition, das Geburtstagskind zu beschenken, vorzugsweise mit Präsenten, die sich gewünscht wurden oder von denen man annimmt, dass diese Freude bereiten könnten. Schenken ist das Wagnis, etwas von sich herzugeben und Danken heisst, mit dem Herzen denken! Beides trifft besonders an Geburtstagen zu.
Oft ist es ja so, dass sich der oder die Schenkenden mehr freuen als der zu Beschenkende(ich zähle dazu), die Gratulanten finden sich voller Freude zum Stelldichein zusammen und gröhlen freudestrahlend ein traditionelles Häppy Börsday ins beanspruchte Geburtstagsohr.
Früher war es oft Brauch, den Jubilar an seinem Ehrentag überraschend zu besuchen und mit ihm zu feiern. Im Grunde ging es darum, gemeinsam Zeit zu verbringen, zu essen und noch mehr zu trinken und um später nach Hause zu wanken und sich über nette Menschen und Gespräche zu freuen.
In Zeiten von Internet und Whatsapp haben diese Traditionen nachgelassen. Bevor man sich heute besucht, begibt man sich auf Social Media in Wettkämpfe darüber, wer als erster gratuliert und ist darauf auch noch stolz, wenn man kurz nach Mitternacht erstens noch wach und zweitens noch immer oder schon wieder in den sozialen Netzwerken unterwegs ist. Zugute muss man den Plattformen allerdings halten, dass man an jeden Geburtstag erinnert wird, ob man will oder nicht. Zum Gratulierenvergessen gibt es heute kaum mehr einen Grund. Und keine Ausrede.
Auffallend ist jedoch, dass es anscheinend wieder einen Trend zum Anruf gibt. Ich zum Beispiel habe heuer so viele persönliche Glückwünsche über Telefon bekommen wie lange nicht mehr.
Während man sämtliche (Privat)Korrespondenzen über Textnachrichten absolviert, ist das Telefonat heute schon beinahe eine außerirdische Seltenheit. Doch zum Glück gibts eben Geburtstage, an denen man sich dann anruft und ein paar nette Worte wechselt, das Jahr Revue passieren lässt, Neuigkeiten austauscht und über das Wetter plauscht.
Und wenn man sich dann mit Konfetti und Sternenspritzer an deine Geburt erinnert, dann ist das im Grunde das schönste Geschenk. Und das Leuchten in den Augen der Schenkenden zeigt, dass sie einen gern beschenken und dann ist man für einen Moment unendlich dankbar und wunschlos glücklich über den GeburtsTAG.

Notiz: älter werden ist die einzige Möglichkeit, länger zu leben!

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