Freundalwirt´schaft!

EIN FREUND, EIN GUTER FREUND. DAS IST DAS BESTE, DAS ES GIBT AUF DER WELT. EIN FREUND, BLEIBT IMMER FREUND, UND WENN DIE GANZE WELT ZUSAMMENFÄLLT. DRUM SEI AUCH NICHT BETRÜBT WENN DEIN SCHATZ DICH NICHT MEHR LIEBT. EIN FREUND, EIN GUTER FREUND, DAS IST DER GRÖSSTE SCHATZ DEN’S GIBT.“

Freundschaft ist ein auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander, das sich durch Sympathie und Vertrauen auszeichnet.“
So steht es auf Wikipädia.

Haben Sie sich schon mal über ihre Freundschaften Gedanken gemacht? Welche Qualität sie haben. Über wie viele „echte“ Freundschaften Sie verfügen. Da grübelt man manchmal darüber, warum man denn keine „echten“ Freunde hat und vergisst darüber hinaus, sich selbst die Frage zu stellen, ob man denn selber einer ist.  FREUNDSEIN ist nämlich gar nicht (immer) so einfach..

Es geht beim Freund-sein nicht nur um die angenehmen Seiten, sondern, genau wie in einer Partnerschaft, um Begleitung auch durch schwierige Phasen. Wohl eine der schlimmsten Teilstrecken einer Freundschaft ist der Verlust eines Partners oder nahen Angehörigen von einem  der beiden Freunde/Innen.
Da mit durch zu gehen bedarf viel Einfühlungsvermögen, selbstloses Zeit- und Anteil-nehmen und Durchhaltevermögen. Es muss selbstverständlich sein, für eine ungewisse Zeit sich selbst nicht so wichtig zu nehmen und ganz für den Freund(In) da zu sein. Und nein, dafür gibt es kein Zeitlimit, denn Trauer hat kein Ablaufdatum und dieser Tatsache muss man ins verweinte, rote Auge blicken. Wenn der schlimmste Schmerz vorüber ist, kann es wieder um andere Themen gehen und auch wenn die Zeit eine andere ist, kann sie dennoch wieder lustig sein.

Zum Glück sind das vermutlich Ausnahmeperioden in einer Freundschaft und der Großteil der Zeit sollte mit Leichtigkeit, Spaß, Freude und Ausgelassenheit gefüllt sein. Wenn sich die Beziehung zum Freund(In) schwierig und zäh anfühlt und Sie spüren, dass sich nichts bewegt, dann sollten Sie die Beziehung überprüfen.
Im Laufe eines Lebens verändern sich unsere Freundschaften ziemlich massiv. Als junger Mensch kann man gar nicht genug Freunde haben, doch mit der Zeit werden die Freundschaften weniger, bis zum 40. Lebensjahr reduziert sich die Zahl auf circa 13! Danach reduziert sie sich nochmal und bis zum „letzten Schlaf“ bleiben oft nur zwei bis drei Freunde übrig.
„Freunde sind wie Schuhe. Zuerst kann man gar nicht genug davon haben, später stellt man fest, dass es immer die gleichen sind, mit denen man sich wohl fühlt.“
Interessanterweise ändert sich oft auch die Einstellung zu einer freundschaftlichen Beziehung. Da denkt man jahrelang, dass man seinen besten Freund(In) gefunden hat und dann, nachdem dich die Zeit verändert hat, merkst Du, dass es ganz andere Freundschaften sind, die dich erfüllen und du dort findest was du gesucht hast.

Angeblich ist eine wesentliche Voraussetzung für die freundschaftliche Eintracht derselbe oder zumindest ein ähnlicher Beruf, ähnliche Weltanschauungen und Moralvorstellungen.
Können Sie das bestätigen?
Natürlich kann Freundschaft mit ganz unterschiedlichen Berufen und Einstellungen funktionieren, vielleicht ist es nur etwas schwieriger…und ich bin der festen Überzeugung, dass Freundschaft, und generell jede gute Art der Beziehung zwischen zwei Menschen, auch  von der (emotionalen) Intelligenz des Gegenüber abhängig ist. Ob derjenige deine guten Absichten er- und anerkennt! Das macht vieles leichter und neutralisiert so manchen schwelenden Konflikt! Und seien wir doch ehrlich: an jedem findet man etwas zu kritisieren, zu korrigieren, zu verbessern. Doch kaum beginnt man mit dem „weltverbessern“ und moralisieren, müsste man bereit sein, entgegenkommende Kritik auch anzunehmen. Bevor man den anderen „anpatzt“, sollte man schauen ob man selber nicht auch dreckig ist:-) Was bliebe von uns dann übrig? Dass man kein Freund mehr ist? Wer hat was davon?

Obwohl: es gibt natürlich Vorkommnisse, über die man auch nicht mehr reden kann. Wo Verletzungen so tief sitzen, dass sie unüberbrückbar sind. Und die Hand zum Frieden reichen kann leider nicht jeder, denn wenn sie gereicht wird, wird sie häufig viel zu früh zurück genommen. Nämlich dann, wenn das Gegenüber nicht gleich freudestrahlend „givefive“ übrig hat. Wir sollten alle viel mehr Geduld mit unseren lieben Mitmenschen haben. Die wenigsten sind an schadhaftem Verhalten uns gegenüber interessiert. In Wahrheit will jeder nur seinen persönlichen Stress vermeiden und (sein) Wohlbefinden erzeugen. Leider manchmal auf Kosten eines lieben Menschen! Ich höre nicht auf, daran zu glauben, dass jedes wertschätzende und achtsame Gespräch besser ist als das Messer im Rücken! Nennen Sie  mich ruhig naiv, doch ich bin ein endloser Optimist, und das soll sich nicht ändern!

Folgender Satz ist womöglich für den Einen oder Anderen befremdlich, doch ICH halte viel von ihm, vor allem weil er von einer, mir sehr wichtigen Person stammt: “ Egal, in welche Freundschaftssparbüchse du einzahlst, von irgendwoher bekommst du alles zurück. Es muss allerdings nicht dieselbe Box sein in die du eingezahlt hast.“
Lange Zeit habe ich den Satz nicht verstanden. Heute, nachdem mir das Leben den Satz verständlich gemacht hat, weiß ich, dass es wirklich so ist.
Eventuell denken Sie jetzt, dass es ziemlich anstößig ist, über Freundschaft so „berechnend“ zu sprechen, doch „rechnen zu können“ ist doch nicht schlecht…und Beziehungen leben nun mal vom Geben und Nehmen. Und wenn Sie nicht von Zeit zu Zeit bilanzieren, verstehen Sie womöglich nicht, warum Sie sich manchmal leer fühlen.
Keine Angst vor dem Ergebnis, im Endeffekt können Sie nur gewinnen und der Vorteil ist, dass wir uns unsere Freunde immer noch aussuchen können.

Die höchste Form der Freundschaft ist wohl die Ehe! Wenn Sie zu den Glücklichen gehören, die ihren besten Freund geheiratet haben, dann haben Sie ein Extrastück der Lebenstorte bekommen. Glückwunsch!

Wenn wir von Freundschaft sprechen, haben die meisten gleichgeschlechtliche Verbindungen vor Augen. Kann eine gegengeschlechtliche Freundschaft überhaupt funktionieren? Ich weiß nicht recht…irgendwann kommt vielleicht eine Situation, in der man sich entscheiden muss. Jedoch kenne ich sehr wohl Bündnisse die auf dieser Ebene funktionieren!

Egal, welchem Geschlecht Sie angehören und wer derjenige ist, der sich Ihr Freund nennen darf, Hauptsache Sie verstehen sich blind, können Unausgesprochenes erahnen, unvollständige Sätze beenden, über dieselben Witze lachen und einfach eine gute Zeit zusammen verbringen! Mit einem Freund an der Seite ist keine Last zu schwer.

Und im Endeffekt ist es nicht wichtig, wohin wir gehen, was wir machen oder was wir haben. Es ist nur wichtig, wer an unserer Seite ist.

2 Kommentare

  1. Ganz toll geschrieben! Es ist tatsächlich so, mit dem Alter reduziert sich der Freundeskreis! Ich hab das Glück, Freunde zu haben, die mich mehr als 40 Jahre begleiten, in guten wie in schlimmen Zeiten! Manchmal intensiver und manchmal etwas lockerer, aber immer da! Danke Ingrid und Fredl!

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