Freund(lich) sein!

Immer wieder denke ich darüber nach, was es ausmachen könnte, dass man sich in Gegenwart mancher Menschen wohl fühlt und man bei anderen häufig ein Gefühl des Unbehagen hat.
Lange Zeit dachte ich, dass es deren Tun und Handeln sei. Doch mittlerweile, nachdem man selbst auch in die Jahre gekommen ist, weiss ich, dass es andere Eigenschaften sind, die ein gutes Gefühl geben.
Ich denke, das zentrale Thema ist die Zugewandtheit, die Offenheit und das tiefe, innere Interesse an anderen. Eigentlich an allen Lebewesen. Erinnern Sie sich an meinen Artikel  http://www.isis-schreibstube.at/sich-selbst-sauber-halten? Ich denke, dass man sich durch Freundlichkeit zu sich selbst  und die Beziehung  zu anderen sauber und „mühelos“ hält.
Was das bedeutet? Dass man sich durch Freundlichkeit frei macht von Argwohn, Missgunst und Verstrickungen, die unangenehm sind. Es ist die Verantwortung, andere anzuerkennen, und das Beste für sie zu wollen!
Freundlichkeit ist warm, fürsorglich, loyal, geduldig, vertrauensvoll und belastbar.

Doch um freundlich mit anderen sein zu können, müssen wir uns selbst gegenüber auch freundlich eingestellt sein.

Kennen wir unsere Stärken und würdigen diese ausreichend? Wissen wir um unsere Unzulänglichkeiten und arbeiten daran? Wissen wir, was uns gut tut und halten inne wenn es unangenehm wird? Denken sie nicht, sie wären egoistisch oder selbstverliebt, weil sie Zeit mit sich allein verbringen und über sich nachdenken.  Der Dalai Lama sagt: „Verbringe jeden Tag einige Zeit mit dir selbst.“
Das alles ist Voraussetzung dafür, dass wir auch anderen gegenüber freundlich sein können. Wenn ihnen also jemand unfreundlich begegnet, können Sie davon ausgehen, dass dieser Mensch sich selbst auch nicht freundlich gesinnt ist. Und das Wissen darum  ist für das nötige Verständnis im respektvollen Miteinander unumgänglich.
Hüten sie sich allerdings vor gespielter Freundlichkeit. Bei sich selbst und bei anderen! Sie verfolgt nur das Ziel, die eigenen Bedürfnisse durchzubringen und schafft keine intrinsische (innere) Zufriedenheit. Ich denke wir alle kennen die Art von Menschen die nach diesem Prinzip agieren. Es ist auch KEINE Freundlichkeit ein „people-teaser„(Einschleimer) zu sein, nur um nicht aufzufallen oder jedem zu gefallen und gemocht zu werden. *Chapeau* allen, die das bereits realisiert haben. Besser, nicht allen zu gefallen, dafür den richtigen! Üben, üben, üben! (ich nehme mich an der eigenen Nase!)
Ein interessantes Phänomen wurde mir in meinen Gedankenspielereien zu diesem Thema bewusst: leider wird Freundlichkeit manchmal mit Flirten verwechselt. Oft wird man mit seiner Freundlichkeit als Turteltäubchen abgestempelt. Einerseits von möglichen Interessenten, andererseits von argwöhnischen Beobachtern(Innen). Lassen Sie sich nicht beirren! Wenn sie ein echtes Interesse an ihrem Lebenskreis haben, wird man das merken und ihnen ebenso echt und positiv begegnen.
Immer wieder treffen wir auf Erdengäste beider Geschlechter, die äußerlich sehr schön anzusehen sind und trotzdem nicht in ihrer vollen Blüte erstrahlen können. Ich bin überzeugt, dass es die Freundlichkeit ist, die ihnen zum Strahlen fehlt. Trübe, traurige, grantig wirkende Gesichter, die zwar schöne Züge haben, die uns dennoch keine Zugewandtheit abverlangen.
Ein strahlendes Lachen, offene Augen, interessierte Mimik und Gestik, das sind Zeichen für Leichtigkeit und Lebenslust. Zu diesen Menschen fühlen wir uns hingezogen, nicht immer erotisch, sondern freundschaftlich. Mit ihnen verbringen wir gerne unsere kostbare Zeit.
Freundlichkeit ist sicher eine innere Haltung, doch kann man sie auch üben. Freundlichkeit ist eine Angewohnheit.
Konzentrieren Sie sich einige Zeit nur auf die Freundlichkeiten, die ihnen tagsüber begegnen. Denken Sie bewusst an die freundlichen Menschen die sie kennen und kupfern sie deren Tun ab. „Nachahmung ist die höchste Form der Anerkennung“. Was tun diese Menschen, dass es allen anderen in ihrer Nähe gut geht?
Bei den Pfadfindern lautet ein Motto: „jeden Tag eine gute Tat“. Tue es!
Gehen sie auf ihr Gegenüber ein wenn sie mit es interagieren!
Seien sie freundlich zu jedem, nicht nur zu jemandem der in Not ist.
Und achten sie tagsüber immer wieder auf ihr Spannungsgefühl im Gesicht. Setzen sie absichtlich immer wieder ein Lächeln auf. Man meint nur selbst, dass das blöd aussieht, die Mitmenschen reagieren anders als man denkt!

„Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln.“

Und wenn jemand glaubt, sie flirten mit ihm, dann haben sie eindeutig etwas richtig gemacht:-)

Möge die Freundlichkeit ihr heutiger Sonntagsbegleiter sein!

3 Kommentare

  1. Elfriede Monihart

    19. Juni 2017 at 9:29

    Liebe Nichte! Schöne, auf diesem Weg deine Gedanken zu erfahren. Danke dafür!
    Ich möchte auch etwas beitragen.
    Behandle andere so wie du behandelt werden möchtest!
    Sprich mit anderen so wie du dir es von ihnen wünschst!
    Schenke ihnen das Maß an Zeit, das auch du von ihnen erwartest!
    Erwarte von anderen nicht mehr, als du selber schenken kannst!
    Vergib anderen ihre Fehler und Schwächen wie du es dir auch für dich erhoffst! ….
    „Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen!“ – Goldene Regel Mt 7,12
    Wer danach lebst, ist der Aktive. Der Passive reagiert nach dem Motto: Wie du mir, so ich dir.
    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass der Weg der Erkenntnis bis zur gelebten Tat oft sehr lang sein kann.
    In diesem Sinne wünsche ich dir ein fruchtbares Weiterdenken.
    In Liebe
    deine Patentante

  2. Sooooo schön! Danke Andrea

    25. Juni 2017 at 21:59

    Danke Isabell für deine wunderbaren Texte. Beim Lesen sehe ich dein lachendens Gesicht mit deinen blitzenden Augen vor mir.
    Liebe Grüße Andrea

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