Gerade eben hat sich das alte Jahr verabschiedet und Platz für ein neues gemacht. Und alles was man liest und hört sind Vorsätze. Tu dies, lass das und wenn du erst mal…..erreicht hast oder bist, dann bist du endlich glücklich und zufrieden!
Lange Zeit hab ich an diese Weisheiten geglaubt und nicht bemerkt, wie unzufrieden, selbstkritisch und negativ die Gedanken um die eigene Person werden, wenn man sie ungeprüft glaubt.
Wie wäre es, wenn man auf Vorsätze pfeift und einfach nur glücklich ist?
Im Lemmingzeitalter(Sarkasmus lässt grüßen) meinen viele, tun zu müssen was empfohlen wird und was die Mehrheit tut. Was hip, modern und trendig klingt, muss gut sein. Doch was ist mit unserem Bauchgefühl? Unserem ureigenen, alten Wissen um unser eigenes Wohlbefinden? Wir trauen uns selbst nicht mehr über den Weg, weil ständig jemand anderer angeblich weiß was für uns gut ist.
Das interessante an dieser Betrachtungsweise ist, dass keiner dieser Gedanken meist stimmt und wenn man sie auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft, der Weg immer zu sich selbst führt.
Überdenkt man demnach den Gehalt an Vorsätzen, dann kommt man darauf, dass sie einem im Grunde nur vorgaukeln, dass das was du JETZT hast oder du bist, nicht stimmig ist, dass du besser sein solltest, anders, dünner, stärker, größer, reicher, Nichtraucher etc.
Was bleibt ist wiederum die schlechte Meinung, die man leider eh allzu oft von sich selbst hat.

In einem Leben, in dem es generell an Eigenliebe mangelt, sind dann ja Vorsätze wie ein erneuter Messerstich ins Herz, oder?
Es heißt, Selbstliebe erlangt man(wenn man sie nicht von zuhause schon bekommen hat-was leider viel zu häufig passiert), wenn man es schafft, im Hier und Jetzt zu leben und sich nicht permanent mit fremden Angelegenheiten beschäftigt (über die anderen wissen wir immer sehr genau, wie sie sich verhalten sollen oder was sie zu tun und lassen haben).
Demnach gaukeln einem Vorsätze vor, sich ständig mit der Wunscherfüllung in der Zukunft zu beschäftigen. Wie soll es dann klappen mit der wertvollen Selbstversorgung?
Alles was man sich für die Zukunft erhofft, ist scheinbar im JETZT ein Problem. Ein Problem, das man aber selber erschaffen hat, soll künftig anders werden. Wenn man diesen Gedanken glaubt, kann das ganz schön Druck und Stress auslösen, oder?
Hand aufs Herz: wie wäre es ohne diesen Gedanken? Fühlt sich besser, freier, liebevoller an, oder?
Wie auch immer man zu Neujahrsvorsätzen steht, ich denke sie können auch hilfreich sein. Vielleicht richten sie den Fokus auf ein Ziel, das man aus den Augen verloren hat, oder helfen, ein schlummerndes Bedürfnis zu erkennen.
Vielleicht sollte man statt VOR-SATZ einfach Bedürfnisreise oder Wunscherfüllung sagen, klingt irgendwie freundlicher.
Entscheiden Sie für sich und seien Sie nicht allzu streng mit sich, wenn´s nicht gleich klappt bei der Umsetzung. Wir haben 365 neue Gelegenheiten bekommen!

#reminder: ob es ein Neuanfang wird, entscheidet auch jeder für sich. Es liegt weder an der Uhrzeit oder am Datum, ob sich etwas ändern darf!

Notiz an mich selber: die Vergangenheit lasse ich hinter mir, ich genieße das Hier und Jetzt und bin offen für das was kommt!