Paarweise

Martin Buber (österr. Religionsphilosoph) sagt: „Der Mensch wird erst am Du zum Ich.“
Das könnte bedeuten, dass wir erst in der Paarbeziehung ein Ganzes werden.

Doch was ist mit den Menschen, die noch kein passendes Du gefunden haben?

Sind die dann kein Ganzes? Und vielleicht gar nur die Hälfte wert? Eine Vorstellung die sicher nicht immer und überall auf Zustimmung stößt. Verständlich!
Ich persönlich kenne viele Einspänner die sogar ganz wunderbar allein leben und dieses Leben, egal ob freiwillig oder unfreiwillig gewählt, nach einer entsprechenden Schock- bzw Trauerzeit, durchaus genießen, zumindest zu schätzen gelernt haben.
Singles, die in einer finanziellen Unabhängigkeit leben, können über ihre Zeit, ihre Hobbies, ihre Freunde, ihre Finanzen und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten frei verfügen. Sie müssen sich nicht absprechen oder einen Kompromiss eingehen! Das klingt verlockend oder?
Dennoch sehnen sich Menschen mehrheitlich nach einer zweiten Hälfte. Wir wollen Rücksicht nehmen, Kompromisse eingehen, Entscheidungen für einen anderen mittreffen, und die eine oder andere Entscheidung für uns treffen lassen und nicht in jeder Situation allein dastehen! Zumindest in der Anfangsphase der Verliebtheit. Ironischerweise wird all das in langjährigen Verbindungen oft wieder zur Belastung und wir streben von der Nähe zum Partner zurück zur Eigenständigkeit.
Der Mensch ist nicht zum allein sein geboren! Dennoch lehrt uns die Einsamkeit mehr als jede Gesellschaft!

Ist es in der heutigen Zeit schwieriger einen passenden Partner zu finden? Und gibt es ein Verliebtsein auch noch über 60?

Macht es unsere schnelllebige Gemeinschaft beinahe unmöglich, jemanden zu finden, der einen will so wie man ist? Der genauso wie er ist, ausreichend ist?  Oder traut man sich heute nicht mehr, sich festzulegen, weil an der nächsten Ecke etwas besseres warten könnte?

Ich verweise in diesem Zusammenhang auf das Lied von Yvonne Catterfeld, deutsche Sängerin, mit dem Titel „Irgendwas„.                                                                                                                                                                                                                                             Ich finde, darin wird alles gesagt! Wir wollen immer noch ein bisschen mehr. Irgendwas, das bleibt, irgendwas, das reicht.
Irgendwas, das zeigt, dass wir richtig sind.
Bis wir etwas finden, was sich gut anfühlt. Doch dann können wir nicht bleiben, wollen uns nicht binden, weil wir dann vielleicht, etwas verpassen können, was irgendwo noch ist.
Sind wir wirklich so oberflächlich und auf Konsum programmiert, zu jedem Preis?
Ein erschreckender Gedanke.

Ich freue mich auf den neuen Vortrag meines Lieblingspädagogen und Coach, Andreas Winter, der sagt: „Menschsein ist heilbar„.  Ich finde,  allein der Titel macht neugierig und verrät wie es doch überall „menschelt“.

Doch wollen wir hinter diesen negativen Partnerschaftsschlagzeilen nicht die vergessen, die den Richtigen an ihrer Seite gefunden haben!

Und der Richtige ist der, der neben dir steht wenn du Entscheidungen treffen musst, und hinter dir steht, wenn sie falsch waren!
Der dir die Freiheit gibt die du brauchst und dich erkennt wenn er dich (wirklich) sieht!
Bei dem du dich nicht verstellen musst, weil er dich kennt und trotzdem liebt!

„Warte nicht, sondern lebe dein Leben in vollen Zügen, und der Richtige wird kommen!“

3 Kommentare

  1. Hallo Isabell,
    ich bin seit vielen Jahren so ein „Einspänner“,bin ein echter Single,ohne „Zwischendurch“ und habe diese „Lebensform“ als „Gabe“ kennengelernt,
    als Geschenk,das alle Menschen einmal besaßen,aber viele nie ausgepackt
    haben,weil sie sich früh gebunden haben oder bald wieder banden,nicht
    allein sein wollten oder konnten,was natürlich jeder für sich entscheidet.
    Ich erlebe die unterschiedlichsten Reaktionen auf meine Lebensituation,
    vom stillen bis lobendenden beeindruckt sein,bis „das könnte ich nicht“,
    bis hin zur Frage,ob ich „anders gepolt“bin (Betreffende hat es anders ausgedrückt !).Ich hab eigentlich lachen müssen,aber ich denke mir,wenn es anders wäre,könnte man doch auch Single sein?
    Lange Rede,kurzer Sinn,ich hab es natürlich selbst in der Hand, mich in einen
    „Zweispänner“ zu „verwandeln“, was mit der „Richtigen“, die sich mit mir einspannen möchte,sicher schön wäre, doch „noch“ überwiegen die Vorteile
    und ich habe und erfreue mich immer noch an meinem „Geschenk“,trotz so
    mancher einsamen Stunde,die aber vergeht,wie das mit Stunden so ist.
    Es hat mich gefreut, Dir zu diesem Thema etwas zu schreiben.
    Lieben Gruß,Andi !?

  2. Wolfgang Mayer

    5. August 2017 at 19:44

    Hallo Isi!

    Ich habe einige deiner Blocks gelesen. Ich verschlang einen nach dem anderen. Ich musste mich selbst zurück halten. Ich wollte mir die Zeit geben deine geschriebenen Zeilen auch wirken zu lassen. Mit dem Artikel paarweise hast du voll ins Schwarze getroffen. Gratuliere, weiter so. LG Wolfgang

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