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Wo die Nachtigall schläft

..oder warum es sich lohnt, nach Hamburg zu reisen.

Ich kenne Hamburg vom Hörensagen. Ich weiss, dass es die Reeperbahn gibt. Habe von St. Pauli gehört und liebe Fischbrötchen. Ich kenne auch den König der Löwen. Zumindest als Zeichentrickfilm.
Doch es war mir nicht bewusst, dass man all das auf einmal, und  ganz einfach konsumieren und einen Städtetrip so genießen kann.
Es ist nämlich so, dass ich zwar schon häufig den Urlaubsort gewechselt habe und viele verschiedene Länder bereisen durfte (www.isis-schreibstube/bootstauglich.at), aber ich habe erst eine Städtereise gemacht, und die führte mich, dreimal raten, NICHT nach Hamburg.
Nun, die Idee, die Hansestadt zu besuchen entstand eigentlich bei einem Musicalbesuch. Und den König unter den Musicals schaut man sich eben in der Fischstadt an.
Gesagt, getan, nach einem angenehm kurzen Flug von einer Stunde und fünfzehn Minuten landet man völlig entspannt am Flughafen Hamburg. Ein Taxi ist schnell gefunden und das auffällige daran ist, dass sämtliche PKW cremefarben und recht luxuriös ausgestattet sind. Und selbst, wenn das Vehikel äußerlich eher klein erscheint, darf man sich nicht täuschen lassen, über wieviel Größe und Stauraum es innen verfügt. „Außen zwar nicht Pfui, aber innen auf jeden Fall Hui!“
Was noch auffälliger auf Hamburgs Strassen ist, sind die unzählbaren Fahrräder inklusive Betreter! Und die Strassen sind für die gesunde Fortbewegungsart sehr vorbildlich ausgebaut. Dennoch muss man sich oft in Acht nehmen, weil sich die Pedalritter von hinten fast geräuschlos nähern und der Großstadtlärm sämtliche Radlärmquellen übertönt.

Als überaus angenehme und informative Wissensvermittlungsquelle hat sich einerseits der Hopp-Off-Bus offenbart. Dieser dreht seine Stadtrunden anheimelnd, friedlich und bequem immer wieder durch die City und bietet unzählige Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten. Im Bus findet sich ein Reiseführer, der über die wichtigsten und interessantesten Sehenswürdigkeiten berichtet, und in perfektem Zusammenspiel mit dem Chauffeur die Neugierde seiner Insassen befriedigt. Allein die Villengegend im besten Stadtteil von Hamburg, die Blankenese, ist eine Besichtigung wert. Namhafte Stars und erfolgreiche Geschäftsleute haben hier eine Adresse, gewohnt wird allerdings häufig woanders. Die sichtbar leerstehenden, unbeleuchteten und  durchwegs weißen Häuser beweisen dies. Einzig die Gärtner sind die guten Seelen, die dafür sorgen, dass die wunderschönen Gebäude nicht hinter blickdichtem Buschwerk verschwinden.
Neben dem Bus ist es andererseits ein Muss, eine Bootsrundfahrt auf der Elbe und auf der Alster zu machen. Auch auf diesem Wege erstreckt sich die Stadt in all ihrer Schönheit und Pracht. Gesehen haben sollte man die Speicherstadt, den weltweit größten Lagerhauskomplex, die kleinen Kanäle die sich durch Hamburg schlängeln und die neu gebaute Elbphilharmonie, ein riesiges Konzerthaus und neues Denkmal der Stadt. Hamburg hat über zweitausend Brücken, mehr als Venedig.
Und wenn man auf dem Wasser so gemächlich dahin schippert, sollte man sich ein Craft Beer von Astra, Hosten oder Duckstein und ein Fischbrötchen gönnen. Optisch wie lukullisch ein Hochgenuss und beides zusammen genossen, ein wahrer Stimmungsaufheller der natürlichen Art. Da macht es gar nichts, wenn die Sonne nicht scheint, die Besichtigungstour lässt dennoch das Herz erwärmen! Eine kleine Anmerkung am Rande: ich weiss jetzt, dass es in der Elbe Robben gibt.
So füllt man die Tage in Hamburg mit unvergesslichen Momenten, doch auch die Nächte können wahrhaftige Optic Places zum Vorschein bringen.
Dass die Reeperbahn in St. Pauli im Grunde auch eine Sehenswürdigkeit ist, steht außer Frage. Sie ist zwar tagsüber genauso hässlich wie nachts, dennoch hat sie eine übermächtige Anziehungskraft auf Nachtschwärmer, Touristen und gefallene Engel, die Nacht für Nacht und Tag für Tag in den Sündenpfuhl zurück kehren.
Ein wenig Abstand von der Rotlichtmeile bekommt man im „Pulverfass„, ein Cabaret der etwas anderen Art, die man einmal gesehen haben kann, wenn man Lust „auf was anderes“ hat. Es lohnt sich!
Einer, der vermutlich schon des öfteren in seinem Leben auf der Reeperbahn zu Gast war, und zum Urgestein Hamburgs zählt, ist die „Nachtigall„, wie er sich selber nennt, Udo Lindenberg. Er lebt seit Jahren im Hotel Kempinsky Atlantic zur Miete und man trifft ihn häufig an der hoteleigenen Bar zu fortgeschrittener Stunde im Raucherzimmer, weil er dort seine nächtlichen Kreise zieht. Auch DAS haben wir erlebt und auch ER  ist ein Optic Place, glauben Sie mir.
Das gesamte Hotel ist mit Herrn Lindenbergs Karikaturbildern mit passenden Untertiteln bestückt und man kann sie käuflich erwerben. Sie sind sogar leistbar!

Doch die Krönung der Hamburgreise ist das Musical der Musicals, der „König der Löwen„! Schon die Anreise ist ein Highlight für sich, sie offenbart sich nämlich als Schifffahrt, weil die Bühne auf einer eigenen Insel steht.
Und wenn man dann noch das Riesenglück hat, erste Reihe fußfrei sitzen zu können, dann ist der Abend perfekt. Man hat den kompletten Ausblick auf jedes fein hergestellte und ausgeklügelte Kostüm. Die menschlichen und tierischen Verkleidungen und die Kulisse können die Besucher in einen wahren Begeisterungstaumel versetzen, wenn diese ihr inneres Kind an der Hand nehmen und sich auf die zweieinhalbstündige Reise ins Zauberland einlassen. Und auch wenn dieses Musical bereits seit zwei Jahrzehnten fast täglich ausverkauft ist, hat man das Gefühl, dass die Aufführung genau heute, genau für einen selbst, gespielt wird.

Jeder, der die Möglichkeit hat, nach Hamburg zu fahren, sollte dies tun, denn Hamburg ist eine Perle!
Und bevor man eine Therapie beginnt, sollte man nach Hamburg fahren. Ein Wochenende reicht aus, um sich einen guten Überblick zu verschaffen und einen Eindruck zu bekommen!

Und wie heisst es so schön?
TSCHÜSS IN HAMBURG!

 

Ich danke meinen tollen Reiseführern und Begleitern für dieses unvergessliche Wochenende!

Erfüllt

Was ist Erfüllung?  Was bedeutet das?  Ist es, alles zu bekommen, was man sich wünscht?

Auf der Suche nach Antworten stieß ich auf verschiedenste Bedeutungen dieses großen Wortes.

Von einem eher oberflächlichen ’sich selbst oder einem anderen einen Wunsch erfüllen‘ bis hin zu tiefer, befriedigender ER– und AUSfüllender Lebensweise zählt ja eigentlich alles dazu. Selbst in der Logik kann das Wort gefunden werden, nämlich in der „Lösung einer gegebenen Satzfunktion (Variable)„-> was das auch immer zu bedeuten hat. In der Rechtswissenschaft bedeutet ERFÜLLUNG das ‚Erlöschen eines Schuldverhältnisses„. Umgangssprachlich lässt sich ERFÜLLUNG als BEFRIEDIGUNG im Hinblick eines begehrten Ziels definieren. Auch im negativen Sinne, bei Eintritt einer befürchteten, schlimmen Situation. Self-fullfilling-prophecy nennt man dieses Phänomen! Also sollten wir vorsichtig sein mit dem was wir uns wünschen oder vor dem wir uns fürchten! Zu tode gefürchtet ist auch gestorben! Das Leben ist sich selbst erfüllend und beschenkt uns mit dem was wir uns wünschen! Leider manchmal falsch verpackt oder in anderer Ausführung und dann gefällt uns das Geschenk nicht. Umtausch jedoch ausgeschlossen!

Was ist es also, was uns erfüllt und ausfüllt?
Zu Beginn unseres Lebens ist es wohl die Befriedigung der Grundbedürfnisse wie Luft, Nahrung, Schutz, Sicherheit, Pflege und Zuwendung ( siehe Bedürfnispyramide nach Maslow). Je älter wir werden, desto komplexer werden unsere Bedürfnisse. Es gesellen sich Wünsche nach Anerkennung, Selbstverwirklichung, Bestätigung und Liebe im Wechselspiel dazu.
Viele Frauen (und wahrscheinlich auch Männer) sehen in einem erfüllten Leben die Gründung einer Familie, inklusive Fortpflanzung! Doch für andere bedeutet es das gar nicht!
Ist allein die Liebe(zu anderen Menschen) erfüllend? Oder brauchen wir auch eine befriedigende außerhäusliche (es sei denn man hat ein Homeoffice ) Tätigkeit zu einem erfüllten Leben? Vielleicht reicht es, die Erfüllung nur in einem Bereich zu erlangen? Die anderen unbefriedigenden Zustände lassen sich dadurch trotzdem aushalten. Beispiel: Sie haben eine wunderbare, befriedigende Partnerschaft(www.isis-schreibstube.at/beziehungsweise), doch sie sind nicht sicher, ob sie ihr beruflicher Tätigkeitsbereich wirklich ausfüllt. Genauso kann es doch auch umgekehrt sein: Sie leben in einer privaten Situation, die sie nicht aus- oder erfüllt, doch finden im beruflichen Ressort DIE Anerkennung und Wertschätzung, die ihnen zuhause fehlt. Ist diese Erfüllung bezahlbar? Macht hochdotiertes Gehalt glücklich? Vielleicht beruhigt es, doch es gibt Unmengen an wohlhabender Menschen, die dennoch unzufrieden und unerfüllt sind.
Beides(privates und berufliches) sind Bereiche, die man sicher nicht vorschnell und übereilt ändern wird, wenn einem eine nichterfüllunde Wirkung bewusst wird. Erst wenn der Leidensdruck zu groß wird, ändert der Mensch etwas an seinem Zustand!
Gott sei Dank finden wir nicht nur in der Liebe und im Beruf Erfüllung. Für manche Menschen bedeutet Erfüllung, wenn sie sich sozial engagieren (Ich erinnere an meinen Artikel „Beziehungsweise“, in dem ich schreibe, dass „anderen helfen“ langfristig zufrieden macht). Vielleicht bedeutet Erfüllung tugendhaft zu leben, ein guter Mensch zu sein?
Wieder andere finden ihre Erfüllung in der Spiritualität oder im Glauben, in der Auseinandersetzung mit dem „Unfassbaren“. Wenn dies vielleicht für einige unverständlich ist, das eigene Wohlbefinden ist das, was zählt und sowieso unverhandelbar!

Im Grunde ist Erfüllung ein sehr persönlicher und subjektiv wahrgenommener Zustand und eigentlich nicht erklär- und teilbar. Und manchmal ändert sich das im Laufe eines Lebens. Das, was einmal geliebt wurde, muss nicht für immer geliebt werden. Das, was man einmal als befriedigend erlebt hat, kann plötzlich eine Leere entstehen lassen und was einmal Spaß gemacht hat, kann jetzt nur noch als Belastung empfunden werden. Menschen ändern sich und Zeiten ändern DICH!

Erfüllung ist das „Finden von Sinn in seinem Leben„. Das, was zufrieden macht, erfüllt  auch! Und was das im einzelnen ist, ist Jedermanns und Jederfraus Angehen und von Erklärung ausgeschlossen!
Wenn es sich nicht gut anfühlt, dann kann es weg, denn wir haben ein Happy End verdient!

Es gibt ein erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche und manchmal ist es großes Glück, NICHT zu bekommen was man sich gewünscht hat.

 

Rollentausch

 

Wir sind Scheinwerfer, die in der Dunkelheit strahlen können!
Wir sind Raketen, die zu den Sternen fliegen können.
Wir sind Milliarden von wunderschönen Herzen in der Welt, die andere begeistern können.“

Dieser Text entspringt dem neuen Song der amerikanischen Sängerin PINK! Sehr aussagekräftig finde ich!

Wir Menschen wissen im Grunde um unsere Kräfte und Fähigkeiten, und trotzdem verlassen sie uns manchmal. Immer nur stark zu sein kann ganz schön anstrengend sein. Ständig die Fassade aufrecht zu erhalten, ist schwierig und auf Dauer nicht möglich. Die Rolle, die man irgendwann für das Außen eingenommen hat, ist ausgespielt und schreit nach einer neuen Besetzung!
Da wir selbst Regie in unserem Leben führen, ist die Neubesetzung fast nicht möglich, wenn nicht gar UNmöglich! Außerdem gibt es niemanden, der unsere Rolle besser spielen könnte, als wir selbst!

Was ist, wenn das Leben KEINE Rolle mehr spielt? Darf man seine Rolle abgeben und unbesetzt lassen? Eine sehr persönliche und heikle Frage, ich weiss! Dennoch sollten wir sie uns mal stellen.
Die Antwort darauf darf sich jede(r) selber geben und wenn Sie diese nicht als „Kommentar“ unter diesen Artikel schreiben, bleibt sie (die Antwort) nur in ihrem Kopf.
Dort ist sie sicher verwahrt, vor Angriffen geschützt, eingebettet in Moral, Werten und Glaubenssätzen. Ist völlig in Ordnung. Man muss nicht immer seine Meinung kundtun, andere vom Gegenteil überzeugen oder seine Luft ablassen.
Was allerdings wichtig bei der Antwortfindung ist, ist die Tatsache, dass man im Grunde nicht urteilen kann und darf. Es gibt Situationen im Leben eines Menschen, die ein anderer nicht kennt. Weil er noch nie dort(in der Situation) gewesen ist.
Ein indianisches Sprichwort sagt: “ Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist.“
Ganz ehrlich: wie schnell bildet man sich über Menschen und deren Handlungen eine Meinung? Wie schnell urteilt man? Spielt den Richter obwohl man keine Ahnung vom Stück und Schauplatz hat?
Und hierbei geht es nicht um das harmlosere „Moral überprüfen“, sondern um gefährliches Aburteilen. Ist sicher nicht einfach, den Unterschied zu erkennen und danach zu leben. Wir sollten es dennoch probieren und nicht vorschnell Menschen durch den „moralischen Rost“ fallen lassen.

Wenn jemand entscheidet, die Rolle seines Lebens abzutreten, den Film umzuschreiben und den Schauplatz zu ändern, dann müssen die Zuseher damit zurecht kommen!
Und nein, ich finde es nicht feige, sich eine neue Rolle zu suchen, sondern mutig, das Stück neu zu schreiben! Vielleicht hat nur das Publikum Angst vor einer neuen Besetzung?

Bei der Vergabe der Lebensrollen haben wir nicht immer das große Mitspracherecht. Wir müssen hineinwachsen, denn das Leben ist KEINE Generalprobe!

Und manchmal muss man vom Weg abkommen, um nicht auf der Strecke zu bleiben!

 

Beziehungsweise

        Was glauben Sie, macht einen Menschen langfristig glücklich?

Man hat herausgefunden dass es zwei Dinge sind:
1. Etwas zu erschaffen
2. Jemandem zu helfen

Was, das ist alles? Wo bleibt die romantische Liebe? Ist SIE nicht der absolute, unumstrittene Glücklichmacher der Welt?

Wir kommen auf die Welt und ab diesem Moment beginnt die Suche nach der ‚großen Liebe‘.
Zuerst wird diese von der Mutter verkörpert. Die Mutterliebe ist die stärkste Form der Liebe so heisst es, und die Mutter liebt dich schon, bevor sie dich kennt und dann erst recht!
Doch irgendwann ist diese Form der Liebe allein nicht mehr ausreichend und wir sind wieder auf der Suche nach Erfüllung.

Da Liebe ein Glücksfall ist, finden wir sie bei gutem Wind in einem anderen Menschen auf Augenhöhe.
Doch wir wollen die anfängliche Verliebtheit nicht mit beständiger, sicherer Liebe verwechseln und möchten auch sicher sein, dass wir von einer Beziehung in eine Partnerschaft kommen werden. Doch was ist der Unterschied?

Während wir recht schnell Beziehungen knüpfen und herstellen können, dauert es eine Zeit, bis sich uns eine Partnerschaft erschließt.
Es ist das Vertrauen und das Sich-Verlassen-Können, das sie ausmacht. Partnerschaft ist wie ein Rhythmus dem man sich hingibt. Einer ist sich der Gefühle des anderen sicher und muss diese auch nicht mehr hinterfragen. Es ist ein Geben und Nehmen, und die Wiegeschalen sind austariert, weil in gleichem Maße gut gefüllt. So der Optimalfall!

Während Beziehungen Wind und Wetter oft schutzlos ausgeliefert sind, hat sich um eine Partnerschaft ein Sicherheitsnetz gelegt, das dann zum Einsatz kommt, wenn es unbequem wird. Die Partner haben bereits ihre Loyalität bewiesen und einer kann auf den anderen bauen.
Wussten Sie eigentlich, dass es ungefähr sieben Jahre dauert, bis man einen Menschen kennen gelernt hat? Wenn wir also daran denken, die jeweilige Zweisamkeit „amtlich“ zu machen, sollten wir uns diese Zeit geben. Vielleicht dauert es so lange bis aus einer Beziehung eine echte Partnerschaft wird?

Nun, im Grunde muss jeder selbst entscheiden, in welches Stadium es ein Miteinander schafft und wohin man gemeinsam will. Mancher möchte gar nicht über eine Beziehung hinaus oder gar dorthin hinein. Und manch einer will gleich den Partner bis ans biblische Ende gefunden haben! Auch das ist in Ordnung, günstig wäre, wenn das Gegenüber das selbe wollte😀.
Überhaupt ist das so eine Sache mit dem Wollen. Ich glaube, eine Partnerschaft kann dann gut funktionieren, wenn beide ungefähr das gleiche vorhaben, in die selbe Richtung blicken und einen kompatiblen Lebensplan verfolgen. Zudem wäre es günstig, immer wieder inne zu halten und seinen Weg und das Ziel zu überprüfen und vergleichen, ob alles noch stimmig ist.
Wie heisst es? Fürchten wir uns nicht vor einer Trennung, wenn das Pferd tot ist, sollte man absteigen. Wenn man ständig seine Vorhaben und Vorlieben, scheinbar dem Partner zuliebe, zurück hält, wird das auf Dauer zu Unwohlsein und vielleicht sogar im schlimmsten Fall, zu Krankheit führen. Kein Partner hat es verdient, dass man ihn zu einem Klotz am Bein degradiert, weil man glaubt, er komme mit den Vorlieben, die einer der beiden hat oder entwickelt hat, nicht zurecht. Auch DAS macht Partnerschaft aus! Oft trauen wir dem DU weniger zu als gut wäre, weil man meint, es(das Du) schützen zu müssen.

Auf der Suche nach dem Schmetterling, müssen wir wohl einige Raupen aushalten!

Ob Sie Ihren „Sommervogel“ (Schmetterling) schon gefunden haben, können Sie sich selbst beantworten:
Wenn sie mit jemandem in dem Moment zusammen sein wollen, in dem die Welt untergeht, dann wird es wohl der/die Richtige sein.“ (Andreas Winter)

 

 

Die Frauen der Tafelrunde

Gut zehn Jahre gibt es nun schon die vierköpfige, östrogenbestimmte Runde, die sich einmal im Monat trifft und für ein paar Stunden der täglichen Ordnung entflieht. Sie nennt sich STAMMTISCH!

Der Stammtisch im herkömmlichen Sinne ist oftmals gekennzeichnet!

Durch ein mehr oder wenig aufwändig gestaltetes Schild, und ist damit für die Stammtischrunde reserviert, oder durch ein Maskottchen.
Wenn wir die Wortbedeutung beachten (falscher Gott, Götze, unechtes Objekt), dann braucht der kleine feine Stammtisch weder ein Schild noch ein Maskottchen, da die „Göttinnen“ der Tischrunde das Leben einhauchen.
Früher war es ein Privileg, Mitglied eines Stammtisch zu sein und war eher gut situierten Personen vorbehalten. Die Einladung zu einem Stammtisch galt als nicht selbstverständliche Wertschätzung. Künstler und Literaten trafen sich dafür in Kaffeehäusern.
Heute ist die Teilnahme an einem Stammtisch nicht mehr an einen Status gebunden, gemeinsame Interessen, Vertrautheit und Verbundenheit machen ihn möglich und halten ihn am Leben.

Wenn sich die Runde trifft, dann ist sie nicht ortsgebunden. Je nach Wetter, Jahreszeit und Dringlichkeit wird der Austragungsort gewählt. Darunter auch schon ab und an die cineastische Traumfabrik (Kino), ohne vorher oder nachher trotzdem die Vorteile einer Tischplatte auf Beinen genutzt zu haben. Das Tratschen in einer Reihe ist nicht so befriedigend wie in der Runde. Getestet und für wahr befunden!
In Wirklichkeit ist die Damenrunde Netzwerkorganisation, die bedeutende Ideen und Gedanken kreiert und die Konversation weiter entwickelt.
Erfahrungen werden ausgetauscht, die Moral wird überprüft (www.isis-schreibstube.at/breakfast-in-the-city), Urlaubsphantasien geschmiedet, Klatsch und Tratsch weiter gegeben, geträumt, und manches in die Tat umgesetzt, Bewegendes erzählt und analysiert, Erziehungstipps ausgetauscht, Fehler als lehrreich erkannt und der Humor ausgelebt.
„Humor ist der Regenschirm der Weisen!“ Es ist genug Platz darunter, keiner muss im Regen stehen!
Der Stammtisch hat für jede eine eigene, ganz persönliche Bedeutung, an oberster Stelle steht einfach der Spaß daran! Denn wenn etwas Spaß macht, dann nimmt man es auch ernst.

Sie können mir ruhig glauben, ich trage einen Lidstrich(Aussage der Tochter meiner Freundin, 13 Jahre alt, die meint, dass belidstrichte Frauen ernst zu nehmender sind als unbelidstrichte).

Und nicht der tägliche Kontakt macht Freundschaft aus, sondern das Wissen, dass man sich aufeinander verlassen kann.

Bootstauglich

Eine Liebeserklärung an Kroatien!

Urlaub! Endlich! Es soll die schönste Zeit im Jahr werden. Lange herbei gesehnt. Schwer erarbeitet und verdient.

Was bedeutet es, Urlaub zu haben, F R E I zu haben oder im höchsten Maße ‚frei zu sein‘?
Natürlich hat Urlaub für jeden eine ganz eigene, persönliche Bedeutung und jedem steht zu, diese „arbeitsfreie“ Zeit so zu verbringen wie er will. (www.isis-schreibstube.at/schöner-wohnen)
Ob zu Hause oder in fernen Gefilden, in der Einsamkeit oder zwischen hunderten anderer Liegestühlen, mit gefüllten Tellern all inclusive, oder im Kloster bei Suppe und Saft. Völlig egal, es soll ihnen gut tun und ich glaube, das wichtigste und bedeutsamste an Urlaub ist „die freie Verfügung seiner Zeit“.
Nun, ich darf mich glücklich schätzen was Urlaubsorte betrifft. Ich war schon an den schönsten Flecken der Erde und durfte dort meine Freizeit verbringen, und glauben sie mir, das wird nie als Selbstverständlichkeit abgestempelt und in die ‚Alltagskiste‘ gepackt. Ich schätze diese Möglichkeiten sehr und bin immer wieder aufs neue dankbar!
Doch egal, in welchem entlegenen Erdteil ich schon war, es gibt ein Fleckerl auf dem Globus, den ich seit über zehn Jahren regelmäßig bereise. Und das ist KROATIEN.
Fast jedes Jahr darf ich hierhin zurück kehren und meistens sogar meinen Geburtstag feiern. Und es ist jedes mal wieder ein Fest, eine Freude und eine Überraschung für mich, wenn wir nach Stunden der Autofahrt, in unserem kleinen Lieblingsort ‚Supedarska Draga‘ auf der Insel Rab eintrudeln.
Unser Urlaub beginnt dann, je nach Ankunftszeit, mit einem einfachen aber köstlichen, kleinen Frühstück in der ‚Pinia‘, danach erobern wir unser gechartertes Boot und der „Kapitän“ nimmt das Ruder ein. Und in diesem Moment sind wir da, in unserem ganz eigenen, selbstbestimmten und geübten Urlaub.

Wenn man Besitzer eines gültigen Bootsführerschein ist, idealerweise selbst erarbeitet und nicht erkauft 😉, dann ist man in der glücklichen Lage, sein aktuelles Urlaubsplätzchen selbst und spontan zu wählen und zu verändern. Während man in Fahrt ist, erspäht man eine einladende, verlassene Bucht und kurzerhand entscheidet man sich für oder gegen dieses Kleinod. Es ist herrlich, so frei zu sein und sich mit dem (Fahrt)Wind und der Laune heraus entscheiden zu können. Manchmal nehmen es Miturlauber schon sehr ernst mit der Urlaubsfreiheit. Diese Rèisenden haben neben Hund und Kegel auch gleich eine Flagge ihres Herkunftslandes, in manchen Fällen ihres Herkunftortes mit. Und diese wird protzig und gut sichtbar auf dem Land platziert. Ja, der Mensch ist ein Eroberungstier!
Ich erzähle ihnen kein Urlaubsmärchen, alles mit eigenen Augen beobachtet, gespeichert und hierfür verwendet. Sie erinnern sich, da ich belidstricht bin können Sie mir glauben 😉.

Hat man dann Land und Meer ausreichend ausgekostet, spürt man, dass es Zeit ist, seinen Standort zu wechseln. Der Anker wird gelichtet, die Fender eingeholt, das Bikinitop eingerollt, und die Engines gestartet.
Das Spiel der Ortsveränderung lässt sich nun den ganzen Tag so weiterspielen.

‚Optic places‘ werden hier zur Genüge geboten, man muss sie nur erkennen und ansteuern. Man darf sie einfach nutzen, darf aus dem reichen Angebot schöpfen, bis man selber ‚voll‘ ist.

Man fährt von Insel zu Insel, manchmal legt man an und besichtigt eine Stadt. Schlendert durch den Ort und gönnt sich eine Tasse kroatischen Kaffee oder ein gutes Karlovacko(Biertrinker wissen was ich meine), um dann letztendlich doch wieder auf das fahrbare Stück Zuhause zu steigen und sich den Wellen des türkisblauen Meer hinzugeben. Wenn man Glück hat, wird man sogar von Delfinen begleitet.

Wenn sich die Sonne langsam dem Horizont nähert, denkt man ans Zurückkehren.
Zum Glück gibt es immer einen Hafen, in dem man Platz hat(www.isis-schreibstube.at/die-richtige-platzierung), wo man Halt findet zum anlegen. Ruhig sein kann.
Bis zum nächsten Morgen, an dem man weiter auf den Wellen des Lebens dahingleitet!

Lieber LeserIn, sie erkennen sicher an meiner schwärmerischen Schreibweise, wie begeistert ich von diesem Land als Urlaubsort bin.
Sollten Sie bis jetzt noch nie dort gewesen sein, eine Reise lohnt sich!
Und der Urlaub stellt sich sowieso erst mit der inneren Bereitschaft ein. Ganz egal wo sie sind!

Allen LeserInnen einen schönen Urlaub!

Die richtige Platzierung

Oder warum es sein kann, dass man manchmal seinen Standort wechseln muss.

Jeder von uns ist auf der Suche nach dem richtigen Platz in seinem Leben.
Leider ist es so, dass niemand kommt und einem diesen Platz anbietet, oder uns bei der Geburt sagt, welches Leben auf uns wartet. Man muss seinen Weg selber gehen, die Steine aus dem Weg räumen oder, wenn man sehr kreativ ist, daraus sogar Kunstwerke bauen.

Zum Glück haben wir auf diesem Weg immer wieder Begleiter, die uns helfen, den Platz zu finden. Auch wenn es uns nicht bewusst ist, jede Begegnung beeinflusst unseren Weg. Dabei gibt es jene, die einem das Leben schon sehr einfach machen. Sie ebnen den Weg, halten Eindringlinge, die das Dasein stören könnten, auf Abstand und kaum hat man einen Wunsch geäußert, wurde dieser schon erfüllt.
Das Problem mit uns eigenwilligen Geschöpfen ist, dass uns das nicht immer zufrieden stellt. Wir werden träge, Gewohnheit macht sich breit und wir schätzen diese Form von Luxus nicht mehr.
Der Mensch war zuallererst Nomade. Er wurde erst sehr spät, vor kaum vier- oder fünftausend Jahren, mit der Entwicklung der Landwirtschaft seßhaft. Dies hat zur Folge, dass er seinen Sitz verändern kann und sich nach einer Herausforderung umsieht. Allerdings zu anstrengend soll es auch nicht sein, denn wir streben in allen Bereichen nach Erleichterung unserer Aufgaben und Tätigkeiten. Ich finde, wir Menschen sind schon sehr merkwürdige Kreaturen(dieser Ausdruck ist keine Beleidigung sondern ein gebräuchliches Synonym für den Begriff Mensch), alles was zu lange dauert oder zu einfach ist, wird uninteressant.
Oft ist es auch in unseren Beziehungen so. Was einfach läuft, könnte langweilig werden. Der gewählte Platz wird kurzfristig zwar nicht verlassen, aber verändert. Man rutscht ein wenig nach rechts oder links um seine Sichtweise zu ändern. In Wahrheit sieht man zwar auch nichts anderes, aber wie gesagt: alles was neu ist, ist interessant, aufregend und beunruhigend.
Aus diesem Blickwinkel verwechselt man gern die Realität mit einer Idealisierung! Setzen Sie sich wieder zurück auf ihren alten Platz und schauen Sie sich die Szenerie nochmal an! Wenn wir dem Spruch: „Alt ist immer besser“ trauen dürfen, dann lohnt es sich manchmal, auf dem ursprünglichen Platz zu bleiben. Denn den hat man ja nicht aus Zufall gewählt. Die Sicht auf seinen Weg war gut, alles war in unmittelbarer Reichweite und der Sitznachbar erwies sich als treuer Mitläufer auf dem Lebenspfad.
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, wenn der Platz auf dem sie sitzen, ausgeleiert ist, und sie die Federn der Lebenscouch schmerzen, dann stehen sie um Himmels Willen auf und ändern Sie ihre Sitzposition.
Ich denke nur, dass wir oft zu früh einen Sitz frei machen, der von uns besetzt sein sollte, nur weil er kurzfristig unbequem oder die Sicht von ihm aus, eingeschränkt war.
Manchmal sitzen wir auf einem Thron und fühlen uns wie auf einem alten, unbequemen Holzhocker. Es wäre schade, wenn wir diese beiden Positionen durch ein zu schnelles Aufstehen, verwechseln würden!

Man muss ja nicht immer im Mittelpunkt stehen. Sitzen ist auch ok!

Breakfast in the City

Warum es wichtig ist, aus dem Alltag auszubrechen und warum ein Glas Sekt mit bestimmten Frauen manchmal die einzige Therapie ist die man braucht.

Samstags zeigt sich das Stadtbild von seiner femininen Seite. Viele Damen schlendern durch die Straßen und geben sich den paar Stunden Freizeit hin, den dieser Wochentag bietet. Sie lustwandeln über den Markt, bummeln durch die Gassen, lassen ihre Blicke über die ästhetisch gestalteten Auslagen der Warenhäuser streifen und kokettieren mit ihrem Spiegelbild in den Schaufenstern. Hier und da reicht die Zeit für ein schnelles „rein und raus“ in einer Umkleidekabine(nicht das was Sie vielleicht jetzt meinen),  denn  ihre Absicht ist nicht der Kleiderkauf, sondern das Zusammentreffen mit Gleichgesinnten. Und das am besten bei einem gekühlten Glas des Lieblingsfeuerwassers.
Frau trifft sich mit ihren Vertrauten im Lieblingslokal um kurz das Hamsterrad zu verlassen (http://www.isis-schreibstube.at/der-etwas-andere-urlaub) und ihre Moral zu überprüfen. Natürlich zählen zu den Apostelinnen jene, von denen man weiss dass sie ähnliche Anschauungen und moralische Vorstellungen (www.isis-schreibstube.at/sich- selber- sauber- halten) haben. Man will sich ja im und nach dem Gespräch gut fühlen
Doch Süffisanz beiseite, wir fühlen uns natürlich in Gesellschaft ähnlich tickender Zeitgenossen wohler, verstandener und einfach angenommen. Deshalb treffen wir sie auch immer wieder gerne!
Zwischen kleinen Köstlichkeiten und einem guten Glas Sprudel plaudert Frau sich dann ihre Gedanken von der Seele und befreit sich so ganz nebenbei von kleinen und größeren Lasten und betreibt wertvolle Psychohygiene. Letzteres kommt nicht nur ihrer Gesundheit zugute, sondern auch die der ganzen daheim gebliebenen Familie! Sie sehen also wie wichtig diese „Sitzungen“ sind.
Sie holt sich Rat ein, gibt selbigen von sich, bekommt Antworten auf mögliche Fragen, Tipps fürs nächste mal und fühlt sich einfach in ihrem Tun und Sein bestätigt! Ihr Selbstwert steigt und sie fühlt sich gut. Und mit diesem Gefühl kehrt sie dann zurück und ist gewappnet für die Anstrengungen der nächsten Tage. Alle profitieren davon! Und so soll es sein.

Und noch ein kleiner Tipp an alle männlichen Mitleser: Frauen muss man nicht verstehen, man muss sie nur lieben!

Am Ende bleibt der Charakter

Es dauert Jahre um Vertrauen aufzubauen, aber nur Sekunden, um es wieder zu zerstören.

Ein furchtbarer Gedanke, fand ich, als ich darüber nachdachte und glaubte zu verstehen.

Das würde bedeuten, dass sich niemand einen Fehler erlauben darf. Kann es das geben? Da wo es Menschen gibt, dort menschelt es nun mal.
Fehler, versehentliches Verhalten, Enttäuschungen, Worte, die als böse Saat gestreut werden und in den Köpfen des Empfängers einen fruchtbaren Boden finden.

Warum das alles? Psychologen meinen, dass das stärkste Gefühl der NEID ist. Jeder kennt ihn, doch niemand leidet daran. Interessant, oder? Eine befreundete Psychologin erzählte mir einmal, dass in ihren Seminaren, in denen es um Gefühle geht, die Reaktionen auf Neid und Eifersucht in jeder Gruppe dieselben sind. Minutenlanges Schweigen, Zurücklehnen und verschränken der Arme vor dem Oberkörper. Nach ca 10 Minuten antworten die ersten Mutigen, dass sie diese Gefühle sehr wohl kennen, sie aber davon nicht betroffen oder gar infiziert seien. Es gäbe nichts worauf man eifersüchtig oder gar neidisch sei.
Komischerweise sind aber genau diese Emotionen für viele  Auseinandersetzungen verantwortlich. Nun, das Innenschau halten fällt uns generell nicht leicht, weil es häufig unangenehme Tatsachen ans Licht bringen würde. Und die Meinung eines anderen einholen,  könnte auch so manchen in Bedrängnis bringen, weiss man doch, dass Eigenbild und Fremdbild oft nicht kompatibel sind.

Emotionen sind nicht wegzudenken und auch nicht wegzumachen, weil sie ureigen sind und das Individuum als ein lebendiges und fühlendes Wesen ausmachen. Dennoch kann es nicht schaden, sich seiner Gefühle bewusst zu sein und sie zu überprüfen. Erklären sie doch das Verhalten jedes einzelnen in der Bevölkerung.
Während meiner Kopfarbeit ist mir noch etwas aufgefallen: das was von unserem Nächsten bleibt,  ist sein Abgang. Egal wie viel Gutes im Miteinander passiert, seine „letzte Tat“ zählt. Unsere Haltung ist also unsere Visitenkarte!

Klingt jetzt vielleicht furchterregend, doch ich denke man hat immer die Möglichkeit seine Visitenkarte zu überarbeiten und zu optimieren, sprich also an seiner inneren Haltung zu arbeiten. Der Mensch ist formbar und flexibel! Arbeiten wir also immer wieder daran,  uns zu optimieren damit wir gern gesehene Gäste bleiben.

Der wahre Charakter eines Menschen zeigt sich nicht bei der ersten Begegnung, sondern bei der letzten, denn Charakter ist das was vom Menschen übrig bleibt, wenn es unbequem wird.

 

 

Paarweise

Martin Buber (österr. Religionsphilosoph) sagt: „Der Mensch wird erst am Du zum Ich.“
Das könnte bedeuten, dass wir erst in der Paarbeziehung ein Ganzes werden.

Doch was ist mit den Menschen, die noch kein passendes Du gefunden haben?

Sind die dann kein Ganzes? Und vielleicht gar nur die Hälfte wert? Eine Vorstellung die sicher nicht immer und überall auf Zustimmung stößt. Verständlich!
Ich persönlich kenne viele Einspänner die sogar ganz wunderbar allein leben und dieses Leben, egal ob freiwillig oder unfreiwillig gewählt, nach einer entsprechenden Schock- bzw Trauerzeit, durchaus genießen, zumindest zu schätzen gelernt haben.
Singles, die in einer finanziellen Unabhängigkeit leben, können über ihre Zeit, ihre Hobbies, ihre Freunde, ihre Finanzen und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten frei verfügen. Sie müssen sich nicht absprechen oder einen Kompromiss eingehen! Das klingt verlockend oder?
Dennoch sehnen sich Menschen mehrheitlich nach einer zweiten Hälfte. Wir wollen Rücksicht nehmen, Kompromisse eingehen, Entscheidungen für einen anderen mittreffen, und die eine oder andere Entscheidung für uns treffen lassen und nicht in jeder Situation allein dastehen! Zumindest in der Anfangsphase der Verliebtheit. Ironischerweise wird all das in langjährigen Verbindungen oft wieder zur Belastung und wir streben von der Nähe zum Partner zurück zur Eigenständigkeit.
Der Mensch ist nicht zum allein sein geboren! Dennoch lehrt uns die Einsamkeit mehr als jede Gesellschaft!

Ist es in der heutigen Zeit schwieriger einen passenden Partner zu finden? Und gibt es ein Verliebtsein auch noch über 60?

Macht es unsere schnelllebige Gemeinschaft beinahe unmöglich, jemanden zu finden, der einen will so wie man ist? Der genauso wie er ist, ausreichend ist?  Oder traut man sich heute nicht mehr, sich festzulegen, weil an der nächsten Ecke etwas besseres warten könnte?

Ich verweise in diesem Zusammenhang auf das Lied von Yvonne Catterfeld, deutsche Sängerin, mit dem Titel „Irgendwas„.                                                                                                                                                                                                                                             Ich finde, darin wird alles gesagt! Wir wollen immer noch ein bisschen mehr. Irgendwas, das bleibt, irgendwas, das reicht.
Irgendwas, das zeigt, dass wir richtig sind.
Bis wir etwas finden, was sich gut anfühlt. Doch dann können wir nicht bleiben, wollen uns nicht binden, weil wir dann vielleicht, etwas verpassen können, was irgendwo noch ist.
Sind wir wirklich so oberflächlich und auf Konsum programmiert, zu jedem Preis?
Ein erschreckender Gedanke.

Ich freue mich auf den neuen Vortrag meines Lieblingspädagogen und Coach, Andreas Winter, der sagt: „Menschsein ist heilbar„.  Ich finde,  allein der Titel macht neugierig und verrät wie es doch überall „menschelt“.

Doch wollen wir hinter diesen negativen Partnerschaftsschlagzeilen nicht die vergessen, die den Richtigen an ihrer Seite gefunden haben!

Und der Richtige ist der, der neben dir steht wenn du Entscheidungen treffen musst, und hinter dir steht, wenn sie falsch waren!
Der dir die Freiheit gibt die du brauchst und dich erkennt wenn er dich (wirklich) sieht!
Bei dem du dich nicht verstellen musst, weil er dich kennt und trotzdem liebt!

„Warte nicht, sondern lebe dein Leben in vollen Zügen, und der Richtige wird kommen!“

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