Vienna calling

Ich weiss ich wiederhole mich, aber von Zeit zu Zeit sollte man tatsächlich sein Hamsterrad verlassen,und in die große Stadt fahren. Damit meine ich zu deutsch: Wien, französisch: Vienne, englisch:Vienna, niederländisch: Wenen oder einfach auf wienerisch: Wean!
Auch wenn uns diese Stadt sehr nahe ist, ist sie eine Reise wert und in sich eine Sehenswürdigkeit. Nicht ohne Grund gehören das historische Zentrum und das Schloss Schönbrunn zum UNESCO WELTKULTURERBE!

Doch nicht nur mit bedeutungsschweren Gebäuden kann die österreichische Bundeshauptstadt auftrumpfen, mir persönlich hat es ihr Flair und ihr Charisma angetan und ich gebe zu, das spüre ich am besten in ihrem Inneren Kern.

Ein Freund ist bekanntlich jemand der dich gut kennt und dich trotzdem mag. Eine lieb gewonnene Freundin kennt mich also und überraschte mich zu meinem Geburtstag mit einem Wien-Tag nach meinem Geschmack: ohne Plan und Zeitdruck in die City und dorthin gehen, wo es fein und gemütlich ist.
Frau trifft sich also zum Stelldichein für die big City Beats und folgt dem vorweihnachtlichen Ruf. In erster Linie werden die christlichen Umschlagplätze, auch Adventmarkt genannt, und die Weihnachtsbeleuchtung angestrebt. Sie brauchen auch nicht lange zu suchen, denn bereits am letzten Wochenende im November erstrahlt die Stadt in bunten Leuchtkörpern.

Der erste Weg führt uns also in die Wiener Innenstadt. Der Stephansdom wacht über seiner Metropole und deren Bewohner und schaut sehr eindrucksvoll auf uns herab. Doch unser Ziel ist nicht sein Innenleben mit den Katakomben, sondern uns dürstet nach Sehen und Gesehen-werden und: Hand aufs Herz, auch ein wenig nach einer traditionellen Wiener Melange und einem guten Glas Prosecco! Wo könnte man beides nicht besser konsumieren, als im Einkaufszentrum Nr 1, dem Steffl mit seiner exklusiven Sky Bar im obersten Geschoss. Ein Platz findet sich mithilfe des netten Garcon sofort und unsere lukullischen Wünsche werden prompt erfüllt.
Die Stunden vergehen wie im Flug und auch der Geist aus der Flasche zeigt erste, kleine Auswirkungen. Gefährlich, wenn’s wo zu gemütlich wird!
„Zum Glück“ hat meine liebe Gefährtin einen Mittagstisch reserviert, sodass wir unseren „Himmelsplatz“ verlassen,  und weiterziehen müssen.
Unsere beinah Tischpartnerin ist eine bekannte Politikerin, die sich ebenso den italienischen Köstlichkeiten der Stadt hingibt, wie wir.
Gestärkt geht es auf unserer „anstrengenden“ Wientour weiter und sie führt uns zurück in den „inner circle“, nämlich vor die einladenden, liebevoll weihnachtlich gestalteten Schaufenster der edlen Warenhäuser, deren Namen man meist nur vom Hörensagen kennt. Doch heute soll sich das ändern und wir treten hinter das Schaufenster. Mit einem Glas Champagner in der Hand schlendern wir unserer Wege und bestaunen die Luxuxartikel rundherum.
Doch irgendwann ist es an der Zeit, die Traumwelt zu verlassen und zurück in die Realität zu kehren. Gott sei dank ist unsere nicht traurig und dementsprechend finden wir auch leicht in diese zurück.
Die Wirkung des edlen Tropfen tut ihr übriges und schnurstracks wird eine freistehende, unbewachte Fotobox angesteuert und überwältigt. Um vier Euro kann man acht lustig-  schaurige Fotos machen. Als Beweis für einen pfiffigen Tag!
Der eine und andere Weihnachtsmarkt wurde dann auch noch begangen und so manches adventliche Mitbringsel fand Platz in unseren Taschen und in den Herzen der Beschenkten. Unseren Tagesausflug beschließen  wir in einem kultigen Wiener Kaffeehaus, in dem wir unsere Tageseindrücke  verarbeiten und über die Magie der Stadt sinnieren.

Natürlich hätte ich jetzt über all die wichtigen Denkmäler und die bedeutenden Menschen, die in Wien leben und gelebt haben, schreiben können. Nur gibt es diese Art der Reiseführer schon zur Genüge und würde zu den Dingen zählen, die die Welt nicht mehr braucht.
Dieser Wienbesuch ist meine ganz persönliche und bevorzugte Art, durch unsere Bundeshauptstadt zu reisen. Unaufgeregt, entspannt und terminlos.
Ich finde, nicht ohne Grund hat unser erfolgreichster Musikexport, Falco, diese mondäne Stadt in seinen Liedern besungen.

Wien ist anders. Manchmal einschüchternd und anmutend gefährlich, jedoch auch bezaubernd und verträumt. Mit Sicherheit interessant und immer wieder einen Besuch wert. Probieren sie diesen kleinen Urlaub aus!

Küss die Hand die Damen, guten Abend die Herren!
Griaß eich die Madln, servas die Buam!

4 Kommentare

  1. Mir geht es auch so, mindestens einmal im Jahr muß ich hin! Jedoch nicht in die Luxustempel, mich zieht es auf den Naschmarkt! Vielleicht sind meine Wurzeln schuld, da in Wien geboren, aber der Geruch, die Menschen, die exotischen Obst und Gemüsesorten……ich liebe dieses Flair!

  2. Gerhard Schmölz

    8. Januar 2018 at 10:48

    Sehr gut beschrieben wie du deinen Tag erlebt hast TOP
    Alles Gute weiterhin
    LG Gerhard

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