Ich habe in der Geburtsstunde der Schreibstube einen Artikel www.isis-schreibstube.at-vom-suchen-und-finden geschrieben.
Gerade jetzt wird mir bewusst, wie zutreffend das dort Geschriebene im Moment ist.
Ich habe mir damals überlegt, dass wir Menschen uns oft etwas wünschen, jedoch beleidigt sind wenn wir es anders verpackt bekommen.
Ich finde, genau das passiert gerade! Wir wünschen uns ständig weniger Arbeit, kürzere Arbeitszeiten, weniger Trubel in pädagogischen Einrichtungen, mehr Zeit für die Familie, weniger Außenkontakte, weniger Verpflichtungen, mehr Zeit zu Hause, weniger Konsummöglichkeiten, mehr Zeit fürs Lesen, mehr Zeit für Erledigungen in Haus und Garten.
Als ich Kind und Jugendliche war, war das sonntägliche Messe feiern eine Pflichtaufgabe für mich, weil ich es nicht selbst entscheiden durfte, sondern es ungefragt tun musste. Heute DARF ich es nicht, weil selbst das für eine gewisse Zeit eingestellt ist. Und plötzlich bekommt der Satz: Müssen macht müde und Wollen macht wach eine völlig neue Bedeutung!
Wenn wir es schaffen, all das, was wir jetzt bekommen, als eine Erfüllung dessen zu sehen, was wir uns eigentlich schon lange gewünscht haben, werden wir uns mit Sicherheit besser fühlen und mit der Situation leichter umgehen können.
Man kann beobachten, dass Menschen, die den sozialen Rückzug als innere Haltung und mit Überzeugung schon lange praktizieren, auch jetzt keine Probleme damit haben. Sie leben generell nicht im Überschuss und haben das Notwendigste in ihrem Leben bereits eingebaut und integriert. Für sie ändert sich gerade nicht viel. Denn sie suchen sich nicht im Außen. Auch dafür könnte diese neue Situation eine Lehrstunde für jeden von uns sein.
Dann gibt es die anderen, die sich seit Beginn der Virusthematik mit nichts anderem beschäftigt haben. Sie waren auf dem neuesten Stand, wussten über jede Neuerkrankung und jede Maßnahme Bescheid, kannten jeden Schritt der Regierung besser als die Beauftragten selbst, jedoch vor einer eigenen Erkrankung konnten sie sich nicht schützen. Ich bin überzeugt, dass man durch permanente Beschäftigung mit Schreckensbildern- und Nachrichten in seinem Inneren Tür und Tor für Krankheit und Vergiftung öffnet.
Sich ständig mit den Angelegenheiten anderer zu beschäftigen bringt nichts anderes als Stress und Stress führt nachweislich zu Krankheit. Leider Gottes wissen wir heute sehr oft nicht mal mehr, was unsere und was fremde Angelegenheiten sind, bzw. wird man als rücksichtslos verdächtigt, wenn man sich nicht einmischt oder sich ungebeten keine Gedanken um den anderen macht. Welche Maßnahmen in einer Krisensituation verhängt werden ist die Angelegenheit der Zuständigen. Wie ich jedoch mit diesen umgehe, ist wiederum meine. Und nur darum kann und muss ich mich kümmern.
Es ist wirklich spannend und interessant, wie Menschen, die wir gut und lange kennen, mit dem derzeitigen Thema umgehen. Man spürt und hört die Angst die herrscht. Mittlerweile hat wohl jeder eine Meinung zu dem Thema.
Es ist am besten, den für sich richtigen Weg zu gehen, denn was anderes klappt eh nicht. Wünschenswert wäre, dass es uns gelingt, das Positive raus zu holen und damit gut zu leben. Ich habe selbst bemerkt, wie leicht man in eine gewisse Panik verfallen und im weiteren Verlauf zu einem Panikmacher werden kann, wenn man ungeprüft seinen eigenen und den fremden Gedanken und Horrorbildern glaubt.
Eines ist sicher, jeden Tag geht die Sonne auf, die Erde dreht sich weiter. Doch ohne Angst ist dies besser zu erkennen als mit. Ich bin auch überzeugt, dass selbst für die Wirtschaftsgeschädigten gut gesorgt werden wird. Und wer weiß, vielleicht hat die Krise ja auch hier etwas Gutes.
Es ist doch gerade Fastenzeit. Dann sehen wir das ganze als eine Übung an unseren überreizten Egos. Und auch der morgige, erste Arbeitstag in der veränderten Situation wird vorüber gehen.
Und irgendwann hat uns der normale Wahnsinn wieder und wir wünschen uns vielleicht erneut eine „Eindämmung der sozialen Außenkontakte“😉.

Notiz an mich selbst: so lange ich mit der Gegenwart streite, kann ich nur verlieren!